Berater: Finanzinvestor KKR engagiert sich bei Beratungsfirma FGS
Der Deutsche führt die Kommunikationsberatung FGS weltweit, die Managerin ist Europachefin.
Foto: FGSDüsseldorf. Die Kommunikationsberatung FGS hat einen neuen Anteilseigner. Der US-amerikanische Finanzinvestor KKR hält künftig 29 Prozent der Anteile. Diese stammen unter anderem vom bisherigen Finanzinvestor Golden Gate Capital, der sich nach sieben Jahren Engagement verabschiedet und nun seine zehn Prozent an KKR weiterreicht.
Zudem reduziert die britische Werbegruppe WPP ihren bisherigen Anteil von rund 57 auf 51 Prozent und bleibt damit Mehrheitseignerin. Weitere Anteile kauft KKR von Mitarbeitern, deren Anteil sich auf nur noch 20 Prozent verringert.
Der Wert von FGS, die eigenen Angaben zufolge die führende Beratung für strategische Unternehmenskommunikation ist, wird von WPP auf nun 1,3 Milliarden Euro beziffert. Mit KKR steigt ein großer Kunde als Investor ein. Der Finanzinvestor hat sich in den vergangenen 15 Jahren von einer der fusionierten Firma in vielen Fragen der strategischen Kommunikation beraten lassen. Weitere Details zu dem Deal, der bis Ende des dritten Quartals dieses Jahres vollzogen sein soll, wurden offiziell nicht bekannt gegeben.
Der Investor KKR ist bisher unter anderem auch beim Medienriesen Axel Springer, beim Marktforschungsunternehmen GfK und beim Fintech Unzer investiert. Für weitere Engagements in Europa hatte KKR erst kürzlich acht Milliarden Dollar bei Investoren eingesammelt. Philipp Freise, Partner und Co-Chef der Sparte European Private Equity bei KKR, sagt: „Unser Investment bei FGS ist das jüngste Beispiel für unseren Fokus auf strategische Partnerschaften, bei denen wir sowohl langfristiges Kapital als auch ein globales Netzwerk an Ressourcen zur Verfügung stellen.“
Geführt wird FGS von dem Deutschen Alexander Geiser als CEO, das Europageschäft leitet Brigitte von Haacke. „Wir freuen uns sehr, mit KKR einen Partner gefunden zu haben, der unsere Vision einer globalen, integrierten Kommunikationsberatung teilt und uns helfen wird, die Entwicklung unserer Branche zu beschleunigen“, erklärt Geiser.
FGS war erst 2022 aus der Fusion der vier Beratungsunternehmen Finsbury, Hering Schuppener, The Glover Park und Sard Verbinnen hervorgegangen. Der gemeinsame Geschäftsumsatz lag bei der Fusion auf der Basis von 2020 bei 330 Millionen Euro. Eigenen Angaben zufolge ist das Geschäft seitdem jährlich um über zehn Prozent auf 430 Millionen Euro im vergangenen Jahr gewachsen. Die Beratung unterhält 27 Standorte weltweit, vier davon in Deutschland: Berlin, Frankfurt, München und Düsseldorf.
Seit der Fusion legte die Zahl der Mitarbeiter von 1000 weltweit auf rund 1300 zu, 250 davon in Deutschland. 2022 stießen unter anderem Katrin Suder dazu, einst McKinsey-Partnerin und Staatssekretärin im Bundesverteidigungsministerium, sowie Eva Christiansen, viele Jahre die Topberaterin von Bundeskanzlerin Angela Merkel.
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Das grundlegende Geschäft der Beratung soll Insidern zufolge gut laufen. Allerdings müssten die Prozesse der vier zusammengeführten Beratungsfirmen noch besser miteinander verschmolzen werden, insbesondere in der IT. Zudem müsse man sich etwa bei Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz weiter verstärken – ob durch neues Personal, durch Partnerschaften oder durch Technologien.
Dafür soll nun auch KKR mit sorgen – durch Know-how, Kontakte und Geld. Der CEO der Beratung, Geiser, ist zuversichtlich: „KKRs außergewöhnliche Investitionserfolge, die umfangreiche Erfahrung und die globalen Ressourcen werden von großem Wert sein, um unser integriertes Lösungsangebot weltweit auszubauen.“
Das Geschäft von FGS gilt als konjunkturunabhängig. Die Beratung begleitet Kunden bei positiven wie negativen Ereignissen wie Zukäufen, Fusionen oder Restrukturierungen. Dabei geht es um Krisenkommunikation, Reputationsfragen oder politische Themen mit allen Stakeholdern, also finanziellen wie nicht finanziellen Anteilseignern.