Markus Duesmann: Warum musste der Audi-Chef plötzlich gehen?
Kein Rückhalt mehr in Vorstand und Aufsichtsrat.
Foto: Audi AGDüsseldorf, München, Berlin. Vor knapp zwei Wochen flog Audi-Chef Markus Duesmann mit den Vorständen Hildegard Wortmann und Jürgen Rittersberger nach China. Zusammen mit Volkswagen-China-Vorstand Ralf Brandstätter verhandelte der 54-Jährige mit den lokalen Joint-Venture-Partnern. Der Besuch war ein Rettungsversuch in Audis und VWs wichtigstem Markt. Verhandlungskreisen zufolge ging es darum, welche Partner künftig welche Produkte bespielen.
Der Audi-Chef hatte große Pläne, nicht nur in China. Nach seiner Rückkehr wollte er die Kritik an seiner Person verstummen lassen, indem er zentrale Aufgaben und mehr Macht bei Audi an sich bindet, wie es aus Unternehmenskreisen heißt. Dort war die Stimmung schlecht, die Beziehungen zu vielen Vorständen dysfunktional.
Duesmann hatte sich am Ende sogar mit seinem einstigen Vertrauten, Audis Technikvorstand Oliver Hoffmann, verkracht. Auch im mächtigen Volkswagen-Aufsichtsrat hatte Duesmann zuletzt kaum noch Rückendeckung. Dabei galt er im vergangenen Jahr, kurz bevor Herbert Diess als VW-Chef ausschied, gar als möglicher Diess-Nachfolger.
Doch am vergangenen Donnerstag kam das abrupte Ende. Der Aufsichtsrat beschloss, Duesmann zum 1. September von seinen Aufgaben zu entbinden. Nachfolger wird Gernot Döllner. Dessen Berufung unterstreicht den wachsenden Einfluss von Porsche im VW-Konzern.