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Zeit zu lesen

Ein gutes Buch kann selbst die Coronakrise vergessen machen – zumindest für ein paar Stunden.

(Foto: Amy Benton Blake/Unsplash)

Auszeit Kontaktverbot und Langeweile? Zehn Buchtipps für die Coronakrise

Auf einmal verbringen wir alle viel Zeit zu Hause – und können endlich in Ruhe lesen. Nur welche Bücher? Die Buchtipps der Handelsblatt-Redaktion.
02.04.2020 Update: 05.04.2020 - 10:43 Uhr Kommentieren

Düsseldorf Viel Zeit, wenig Unternehmungen, Cafés und Restaurants geschlossen. Die Zeit zu Hause ist manchen Menschen schon fast zu viel. Bevor es langweilig oder anstrengend wird, ist Lesen ein guter Zeitvertreib. Zwar haben die meisten Buchhandlungen aktuell geschlossen, aber Bücher lassen sich auch im Internet bestellen. Außerdem passen viele Titel aus den vergangenen Jahren oder auch aus ganz alten Tagen in die heutige Zeit. Da lohnt es sich, noch mal das eine oder andere Buch aus dem Regal zu holen.

Die Handelsblatt-Redaktion hat Gleiches getan, bereits erschienene Titel noch einmal gelesen und festgestellt, wie aktuell sie sind. Zehn Empfehlungen – vom Wirtschaftsbuch über einen Fotoband bis hin zum Roman.

1. Beethoven – Eine musikalische Auszeit nehmen

Jan Caeyers: Beethoven – Der einsame Revolutionär.
C.H. Beck
832 Seiten
25 Euro

Meine Empfehlung: „Als ob ich einen Kontinent durchwandere, gewinne ich Beethovens Werk stets neue, überraschende und faszinierende Eindrücke ab“, schreibt Daniel Hope, Präsident des Beethoven-Hauses Bonn. Das gelingt in „Beethoven – Der einsame Revolutionär“. Die Biografie des belgischen Dirigenten und Musikwissenschaftlers Jan Caeyers ist äußerst kurzweilig und kenntnisreich.

Der Autor zeichnet ein lebendiges Charakterbild des großen Musikers in einer Zeit des Übergangs – ausgelöst durch die Französische Revolution. Ludwig van Beethoven wird nicht als verklärtes Genie, sondern in all seiner Widersprüchlichkeit erlebbar.

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    Darum geht es: Wer die Biografie liest, begegnet dem großen Komponisten (1770 - 1827) in einer Zeitreise beim Komponieren seiner Sinfonien, Klaviersonaten, Quartette, Lieder und Messen. Und in seinem ganz gewöhnlichen Alltag: Beethoven, der „Womanizer“, der Unbeugsame, der hart arbeitende Künstler und Genius. Das Bild vom grimmig der Welt entrückten Visionär erfährt eine Korrektur.

    Warum gerade jetzt? Aufwühlende Zeiten. Überlebenskämpfe an Krankenbetten. Anhaltender Nachrichtenfluss. Da mag es helfen, sich in kleinen Auszeiten des Schönen zu entsinnen, aus dem wir Kraft schöpfen. Das gelingt mit Caeyers Buch: elegant im Erzählstil, kurzweilig und völlig unaufgeregt.

    Über die Psyche des großen Musikgenies und seine tragische Taubheit haben schon allzu viele spekuliert. Caeyers hält nüchtern dagegen, setzt einen wohltuenden Kontrapunkt in dramatischen Zeiten.

    Ludwig van Beethoven wäre in diesem Jahr 250 Jahre alt geworden. Da erzwingt die Corona-Pandemie weltweit ein Verstummen der Orchester. Lassen wir Beethovens Musik bei uns zu Hause erklingen. Caeyers Biografie öffnet dazu die Tür zu neuem Verständnis und Genuss.
    Autorin: Simone Wermelskirchen

    2. Die Macht des Schlechten – Hilfreiche Tipps in der Coronakrise

    Roy F. Baumeister, John Tierney: Die Macht des Schlechten.
    Campus
    349 Seiten
    24,95 Euro

    Meine Empfehlung: Roy F. Baumeister ist ein renommierter Sozialpsychologe, der 2015 für sein Buch „Die Macht der Disziplin“ weltweite Anerkennung erhielt. Sein neues Buch, „Die Macht des Negativen“, ist ähnlich hilfreich und sehr lesenswert.

    Darum geht es: Gemeinsam mit dem „New York Times“-Journalisten John Tierney erklärt Baumeister verständlich den „Negativitätseffekt“. Damit bezeichnet er das „fundamentale Ungleichgewicht“ in unserem Verstand: „Schlecht ist stärker als gut.“

    Baumeister bezieht sich auf Erkenntnisse der Hirnforschung, Soziologie und Psychologie. In vielen Studien wurde dort belegt, dass sich der Mensch von negativen Ereignissen und Emotionen deutlich stärker beeinflussen lässt als von positiven. Fast schon erschreckend ist das Verhältnis: eins zu vier.

    Zum Glück liefern die Autoren Anleitungen, wie wir zumindest die Folgen dieser Gewichtung besser in den Griff bekommen. In ihren Erklärungen und praktischen Anwendungsbeispielen changieren die beiden Autoren dabei zwischen Business- und Alltagsleben. Mal geht es um die tägliche Arbeit im Büro, mal um Kindererziehung oder das Eheleben.

    Die Mischung mag zunächst ungewohnt anmuten, macht die Lektüre aber angenehm und ist zudem sinnvoll: Unsere Gehirne unterscheiden eben nicht zwischen Beruf und Privatem – der Negativitätseffekt beeinflusst beides.

    Warum gerade jetzt? Wenn wir den Effekt verstehen, so Baumeisters These, können wir unser Leben verbessern. Die Lektüre und ihre Anwendung mag tatsächlich gerade in Corona-Krisenzeiten helfen.

    Erst kommt die Bestandsaufnahme, dann folgen die Ratschläge. Dabei gibt es Antworten auf wichtige Fragen: Wie überwinde ich Ängste? Wie kann ich negative Äußerungen im Berufsleben besser verarbeiten? Wie kommuniziere ich als Führungskraft?
    Autor: Thorsten Giersch

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