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Bezahlen im Internet Deutsche Banken kommen bei der Bündelung ihrer Zahlungsangebote nur langsam voran

Es geht nur in Trippelschritten weiter beim Projekt #DK. Nun wird geprüft, ob Nutzer zwischen den Online-Bezahlverfahren Paydirekt und Giropay wechseln können.
13.03.2020 - 12:44 Uhr Kommentieren
Die deutschen Banken bieten gleich zwei Online-Bezahlverfahren an, Paydirekt und Giropay. Beide kommen nicht gegen Paypal an. Quelle: Paydirekt
Bezahlen mit Paydirekt

Die deutschen Banken bieten gleich zwei Online-Bezahlverfahren an, Paydirekt und Giropay. Beide kommen nicht gegen Paypal an.

(Foto: Paydirekt)

Frankfurt Die deutschen Geldhäuser wollen ihre Zahlungsangebote bündeln, doch dabei kommen sie nur langsam voran. Nach Handelsblatt-Informationen loten private und genossenschaftliche Banken sowie Sparkassen derzeit aus, ob sich die beiden bestehenden Online-Bezahlverfahren Paydirekt und Giropay wechselseitig nutzen lassen. Damit könnten Nutzer eines Verfahrens auch das Konkurrenzangebot nutzen.

Konkret geht es bei dem „Kurzfristprogramm“ darum, dass Händler quasi automatisch beide Bezahlverfahren in ihre Onlineshops einbauen, auch wenn sie bisher nur eines davon anbieten. Verbrauchern, die Paydirekt nutzen, würde beim Bezahlen auch Giropay angeboten – und anders herum.

Die Deutsche Kreditwirtschaft (DK), die gemeinsame Interessenvertretung der deutschen Bankenverbände, wollte sich dazu nicht äußern. Man wolle Details der Arbeit an „#DK“ – was für „Digitale Kreditwirtschaft“ steht - zum jetzigen Zeitpunkt nicht veröffentlichen. Grundsätzlich werde geprüft, „ob und wie die bestehenden Verfahren konzeptionell miteinander verbunden und unter einer Marke gebündelt werden können“.

Die Überlegung, ob Nutzer zwischen den Online-Bezahlverfahren wechseln dürfen, wirkt dabei nur wie ein Zwischenschritt. Sie deutet zudem darauf hin, wie schwer sich die deutsche Kreditwirtschaft bei der Bündeldung der Zahlangebote tut. Ein Grund dafür dürfte sein, dass größere Umbauten auch hohe Investitionen erfordern würden. Dass die Branche über eine Neuaufstellung der Zahlungsangebote nachdenkt, wurde vor knapp einem Jahr bekannt. Der Arbeitstitel für eine womöglich übergreifende Marke lautet „X-Pay“.

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    Die Branche zielt darauf ab, sich im Zahlungsverkehr dauerhaft behaupten zu können, etwa gegen den US-Online-Bezahldienst Paypal und gegen die Bezahldienste von Apple und Google. Der Zahlungsverkehr ist eine wichtige und stabile Einnahmequelle deutscher Banken. Doch neue Wettbewerber machen ihnen einen Teil der Gebühren streitig.

    Bei den Zahlungssystemen der deutschen Geldhäuser handelt es sich neben Paydirekt und Giropay um das Handy-zu-Handy-Zahlverfahren Kwitt und die Girocard, besser bekannt unter ihrem alten Namen „EC-Karte“. Kwitt können Kunden von Sparkassen und Genossenschaftsanken nutzen. Die Girocard ist mit mehr als 100 Millionen Karten in Umlauf das populärste Zahlverfahren in Deutschland.

    Paydirekt und Giropay kommen nicht gegen Paypal an

    Paydirekt und Giropay indes führen beide ein Nischendasein und können mit dem US-Konkurrenten Paypal, der in Deutschland 23 Millionen Nutzer zählt, nicht mithalten. Paydirekt, 2015 gestartet, kommt zwar auf 3,2 Millionen Registrierungen deutscher Bankkunden, gilt aber aus Sicht der Kreditinstitute als Enttäuschung, weil die Zahl der Transaktionen gering ist. Auch Giropay, lange vor Paydirekt an den Markt gekommen, wird vergleichsweise wenig genutzt.

    Eigentümer von Paydirekt sind die Sparkassen, die Genossenschaftsbanken sowie die Deutsche Bank und die Commerzbank. An Giropay sind ebenfalls Sparkassen und Genossenschaftsbanken beteiligt sowie die Postbank, die zur Deutschen Bank gehört. Andere Privatbanken sind als Paydirekt-Anteilseigner ausgestiegen. Während Kunden sich bei Paydirekt registrieren müssen und der Bezahldienst ähnlich wie Paypal funktioniert, legitimiert man sich bei Giropay über die Kontodaten.

    Dass die deutschen Banken mit #DK vorankommen, ist noch aus einem anderen Grund wichtig. Sie wollen sich so gemeinsam in eine europäische Initiative namens European Payment Initiative (EPI) einbringen. Ursprünglich hieß das Projekt Pepsi (Pan European Payment System Initiative), der Name wurde aber kürzlich geändert. Im Zuge von EPI untersuchen 20 europäische Banken aus acht Ländern, ob und wie sie ein europäisches Zahlungssystem auf die Beine stellen.

    Ein eigenes Zahlungssystem, das womöglich zunächst auf Kartenzahlungen basiert, würde Europas Banken und die gesamte europäische Kreditwirtschaft unabhängiger von US-Unternehmen wie den Kreditkartenfirmen Mastercard und Visa machen, über die laut der Bundesbank mehr als zwei Drittel der europäischen Kartentransaktionen laufen. Auf ihrer Technik basieren in einigen europäischen Ländern die nationalen Systeme für Kartenzahlungen.

    Mehr: Deutsche Verbraucher zahlen ihre Online-Einkäufe am liebsten per Rechnung.

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