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Dax aktuellDax markiert neuen Höchststand seit Februar – VW-Aktie setzt Rally fort

Der deutsche Aktienindex hat seine Verluste seit dem Corona-Crash aufgeholt. Bestehende Unsicherheiten blenden die Anleger aus. Doch das hat Gründe.Andreas Neuhaus 16.12.2020 - 17:42 Uhr aktualisiert Artikel anhören

Die Frankfurter Benchmark hat in diesem Jahr bereits mehrfach eine neue Bestmarke erreicht.

Foto: dpa

Düsseldorf. Der Dax hat am Mittwoch ein neues Corona-Hoch markiert. Das ist die höchste Notierung seit dem Corona-Crash Mitte März. Kurz nach Handelsauftakt legte der deutsche Leitindex ordentlich zu und stieg bis auf 13.597 Punkte an. Danach bewegte sich der Kurs überwiegend seitwärts, der Dax schloss bei 13.566 Punkten mit einem Plus von 1,5 Prozent.

Damit setzt sich der Rallymodus der vergangenen Handelstage fort. Den Vortag hatte der Dax 1,1 Prozent stärker bei 13.363 Zählern beendet.

Das bisherige Corona-Hoch lag bei 13.460 Punkten. Zuletzt setzten spätestens hier Gewinnmitnahmen ein. Sollte das Frankfurter Börsenbarometer die Marke nachhaltig überwinden, wäre das ein starkes Kaufsignal in Richtung des Rekordhoch vom Februar, das bei 13.795 Zählern liegt.

Durch den heutigen Anstieg liegt der Dax auf Jahressicht im Plus und notiert über dem Niveau von Ende Februar. Der MDax der 60 mittelgroßen Werte klettert sogar erstmals in seiner Geschichte über die Marke von 30.000 Zählern. Zum Nachmittag liegt er jedoch wieder gut hundert Punkte unter der Marke. Der europäische Auto-Index (Eurostoxx 600 Automobiles & Parts) – ein Frühindikator für die Konjunktur – erreicht den höchsten Stand seit November 2019.

Was die Märkte heute bewegt:

1. Positive Konjunkturdaten

Die Wirtschaft in der Euro-Zone hat sich nach ihrem steilen Sinkflug in der Corona-Pandemie im Dezember wieder gefangen. Der Einkaufsmanagerindex, der Industrie und Dienstleister zusammenfasst, stieg um 4,5 Punkte auf 49,8 Zähler, wie das Institut IHS Markit am Mittwoch zu seiner monatlichen Umfrage unter Tausenden Unternehmen mitteilte. Das Barometer ist damit wieder nahe an die Wachstumsschwelle von 50 Zählern herangerückt.

In Deutschland rechnet das gewerkschaftsnahe IMK-Institut für das Jahr 2021 mit einem kräftigen Aufschwung. Das Bruttoinlandsprodukt werde um voraussichtlich 4,9 Prozent wachsen, geht aus der am Mittwoch veröffentlichten Prognose des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung hervor.

2. Hoffnung auf Konjunkturhilfen in den USA

In den USA verhandeln Republikaner über ein mögliches neues Konjunkturpaket. Eine Einigung im US-Kongress könnte den Startschuss für eine Weihnachtsrally liefern, nachdem sich der Dax seit fünf Wochen seitwärts bewegt hat in einer Handelsspanne von 13.005 Punkten auf der Unterseite und 13.460 auf der Oberseite. Ein Kompromiss zu den umstrittensten Punkten liegt vor, muss aber noch von Republikanern und Demokraten abgesegnet werden. An der Wall Street sind die Anleger dazu optimistisch.

Nach Börsenschluss könnten zusätzliche Impulse aus den USA kommen. Am Abend entscheidet die US-Notenbank Fed über ihren weiteren Kurs – Anleger hoffen auf zusätzliche Unterstützungen für die Wirtschaft. Allerdings hat die Fed zuletzt klargemacht, dass aus ihrer Sicht aktuell nur die Finanzpolitik effektiv helfen könne. Analysten erwarten deshalb, dass die Notenbanker lediglich die Laufzeit ihres Anleihekaufprogramms verlängern und die Festschreibung der aktuellen Nullzinspolitik für mehrere Jahre signalisieren.

3. Fortschritte bei Brexit-Verhandlungen

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat in den seit Monaten stockenden Brexit-Verhandlungen Fortschritte ausgemacht. Die nächsten Tage würden entscheidend, einer der drei Hauptstreitpunkte sei aber weitgehend geklärt. Dabei geht es darum, wie Streitfälle künftig geschlichtet werden sollen, sofern das geplante Freihandelsabkommen zwischen Großbritannien und der Europäischen Union zustande kommt.

Investoren beurteilen die Chancen für eine Einigung optimistisch, sagte Analyst Ricardo Evangelista vom Brokerhaus ActivTrades. Sie setzten weiterhin auf einen Deal in letzter Minute, um die Einführung gegenseitiger Zölle abzuwenden.

Warum Anleger Belastungsfaktoren ausblenden

Bestehende Unsicherheiten blenden die Anleger dagegen weitestgehend aus. Dazu zählen die hohen Corona-Infektionszahlen und die Lockdowns in Deutschland und in anderen Staaten. Laut Weltärztepräsident Frank Ulrich Montgomery könnten in Deutschland sogar bis Ostern 2021 strenge Maßnahmen gelten. Hinzu kommen die Brexit-Unsicherheiten und das bereits hohe Bewertungsniveau der Aktien.

Trotzdem trennen sich die Anleger nicht von ihren Papieren – sind blicken dafür zu optimistisch in die Zukunft und fürchten, den Kursen hinterherzulaufen. Sie spekulieren darauf, dass sich die Konjunktur nach einer zwischenzeitlichen Verlangsamung wieder deutlich erholen wird.

Denn die Impfungen haben in einigen Ländern schon begonnen, auch in Deutschland könnten sie noch in diesem Jahr starten. Das spricht mittel- bis langfristig für sinkende Infektionszahlen und eine zunehmende Normalisierung.

All das führt dazu, dass sich die Abgabebereitschaft der Aktionäre in Grenzen hält. Zumal keine wirklich lukrativen Anlagealternativen existieren.

Einzelwerte im Blick

Grenke: Die Aktie des Leasingunternehmens legt heute 5,3 Prozent zu. Das MDax-Unternehmen war im September mit Vorwürfen des Shortsellers Fraser Parring konfrontiert worden , die vor allem auf das Franchise-Geschäft fokussiert waren. Grenke hatte darauf angekündigt, dieses in den Konzern zu integrieren. Das sei insgesamt positiv gelaufen, urteilten nun die Wirtschaftsprüfer von WKGT.

VW: Das Stammwerk von Volkswagen in Wolfsburg soll in den kommenden Jahren eine richtungsweisende Fabrik für die hochautomatisierte Fertigung von Elektrofahrzeugen werden. Das kündigte Vorstandschef Herbert Diess am Dienstagabend an. Der Konzern will dort künftig das elektrische Topmodell der Marke Volkswagen Pkw produzieren. Titel von VW schlossen mehr als drei Prozent im Plus.

Continental: Der Autozulieferer will sich stärker auf Zukunftstechnologien wie die Vernetzung von Fahrzeugen, autonomes Fahren und Software konzentrieren. Der neue Konzernchef Nikolai Setzer nannte am Mittwoch im Rahmen der Präsentation seiner neuen Strategie mehrere solcher Technologiefelder, auf denen der Konzern künftig stärker wachsen will als die Konkurrenz. Die Aktie legt um fast drei Prozent zu.

Deutsche Bank: Die Bankenaufseher der EZB haben ihren Dividendenstopp für Banken gelockert. Ab dem kommenden Jahr dürfen Banken, die es sich leisten können, zumindest einen kleinen Teil ihrer Gewinne wieder für Dividenden oder Aktienrückkäufe verwenden. Die Aktie der Deutschen Bank gewinnt 0,6 Prozent.

Deutsche Post: Das Unternehmen geht davon aus, dass das Paketvolumen in dieser Weihnachtszeit gegenüber dem Vorjahr um bis zu 20 Prozent steigen wird. Papiere der Deutschen Post verteuern sich um fast vier Prozent.

BASF: Der französische Bergbaukonzern Eramet und BASF haben am Dienstagabend eine Partnerschaft zur Verarbeitung von Nickel und Kobalt angekündigt. Beide Unternehmen verstärken damit ihre Ambitionen als Zulieferer für die Elektroauto-Industrie. Die BASG-Aktien schlossen 0,9 Prozent im Minus.

Nagarro: Das vom IT-Dienstleister Allgeier unter dem Namen Nagarro abgespaltene Softwareentwicklungs-Geschäft ist bei seinem Börsendebüt mehr als dreimal so hoch bewertet worden wie die bisherige Muttergesellschaft. Der erste Kurs der Nagarro-Aktie lag am Mittwoch bei 69,00 Euro und legte anschließend auf bis zu 72,40 Euro zu.

Bitcoin springt erstmals über 20.000 Dollar

Der Höhenflug von Bitcoin geht weiter: Die älteste und wichtigste Cyber-Devise übersprang am Mittwoch die psychologisch wichtige Marke von 20.000 Dollar und stieg um mehr als sieben Prozent auf ein Rekordhoch von 20.817 Dollar. Ende 2017 und in den vergangenen Wochen war Bitcoin an dieser Schwelle mehrfach gescheitert.

Die aktuelle Rally werde unter anderem von den Plänen des Zahlungsdienstleisters PayPal befeuert, Cyber-Devisen als Zahlungsmittel zu akzeptieren, sagte Neil Wilson, Chef-Analyst des Online-Brokers Markets.com. Je mehr Firmen, Zahlungsabwickler und Kreditkarten-Anbieter dies täten, desto größer werde der Nutzen und damit der Wert von Kryptowährungen.

Euro zeitweise über 1,22 Dollar

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Die europäische Gemeinschaftswährung legt gegenüber dem Dollar weiter zu. Am Mittwoch steigt der Euro gegenüber dem Greenback um 0,17 Prozent und liegt damit bei 1,2171 Dollar. Zwischenzeitlich hatte er sogar die Marke von 1,22 Dollar überwunden und das höchste Niveau seit April 2018 erreicht.

Die stärker als erwarteten Wirtschaftsdaten befeuern die Hoffnung, dass die Erholung in der Euro-Zone an Fahrt gewinnt. Die Stärke des Euro spiegelt aber auch die breite Dollarschwäche wider. Der Dollar gab auch gegenüber dem britischen Pfund, dem japanischen Yen und dem chinesischen Yuan nach.

Hier geht es zur Seite mit dem Dax-Kurs, hier gibt es die aktuellen Tops & Flops im Dax.

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