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Kommentar Die Coronakrise ist eine goldene Zeit für Investmentbanker

Die Zahlen der großen US-Banken sind ein gutes Omen für die Deutsche Bank – und ein Warnsignal für alle anderen heimischen Geldhäuser.
19.01.2021 - 18:34 Uhr Kommentieren
Die US-Investmentbank konnte ihren Gewinn im Schlussquartal 2020 um 135 Prozent steigern. Quelle: AP
Das Logo von Goldman Sachs an der New Yorker Börse

Die US-Investmentbank konnte ihren Gewinn im Schlussquartal 2020 um 135 Prozent steigern.

(Foto: AP)

Für die Welt mag die Coronakrise ein Fluch sein, für die Trader in den Handelssälen der großen Investmentbanken war sie bislang ein Segen. Die Pandemie sorgte für heftige Kursausschläge an den Kapitalmärkten, die Kunden mussten ihre Portfolios an die neue Realität anpassen und bescherten den Händlern ab dem vergangenen Frühjahr volle Auftragsbücher.

Die Gleichung mag zynisch wirken, aber sie geht auf: Unsichere Zeiten sind gute Zeiten für Investmentbanker. Beim Wall-Street-Platzhirsch Goldman Sachs verbuchten die Händler über 40 Prozent mehr Geschäft als im Vorjahr, bei JP Morgan und Citi retteten die Händler in der Coronakrise ebenfalls das Jahresergebnis.

Diese Zahlen sind ein gutes Omen für die Deutsche Bank, die ihr Jahresergebnis Anfang Februar vorlegen wird. Das Institut gehört traditionell zu den weltbesten Banken, wenn es um den Handel mit Anleihen, Devisen und Derivaten geht.

Der unverhoffte Boom kam für die Frankfurter genau zur richtigen Zeit. Ohne die Renaissance im Trading wäre der schwierige Umbau der Bank wohl ein gutes Stück holpriger verlaufen.

Bleibt die Frage, wie lange die Sonderkonjunktur in den Handelssälen noch anhalten wird. So schnell dürfte sich die Lage an den Märkten nicht beruhigen. Die nächsten Monate werden von einem Wechselbad der Gefühle zwischen Impfeuphorie und der Angst vor neuen Corona-Mutationen geprägt werden. Dazu kommt die wachsende Nervosität der Anleger nach der Rekordjagd an den Aktienbörsen der vergangenen Monate. Die Kurse dürften also weiter in Bewegung bleiben und die Orderbücher damit gut gefüllt.

Ein Warnzeichen aus den USA

Deutlich trüber sieht die Welt für alle Banken aus, die sich in diesen turbulenten Zeiten nicht auf ein starkes Investmentbanking verlassen können. Dazu zählt in Deutschland so ziemlich jedes Geldhaus außer der Deutschen Bank. Für den großen Rest sind die Zahlen aus den USA eher ein Warnzeichen.

Geldhäuser wie die Bank of America, die stärker vom Geschäft mit Privat- und Firmenkunden leben, litten massiv unter den ultraniedrigen Zinsen, die in diesem Jahr auch die USA erreicht haben. Der Nettogewinn des Instituts sackte 2020 um 35 Prozent ab.

Einen entscheidenden Unterschied zwischen den deutschen Banken und der US-Konkurrenz gibt es allerdings nach wie vor: Die amerikanischen Banken gingen kerngesund in die Coronakrise. Trotz Minizinsen verdiente die Bank of America im vergangenen Jahr noch immer 18 Milliarden Dollar und erreichte eine Rendite auf das materielle Eigenkapital von knapp zehn Prozent. Zahlen, von denen auch Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing im Moment nur träumen kann.

Mehr: Die deutschen Großbanken leiden unter chronischen Schwächen

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