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Kommentar Die Kehrtwende bei der Batterieforschung kommt etwas spät

Es ist illusorisch zu glauben, dass sich Deutschland und Europa von Asiens Zellfabriken unabhängig machen können. In Feststoffakkus liegt eine Hoffnung.
02.02.2021 - 12:56 Uhr Kommentieren
Autokonzerne investieren jede Menge, um zumindest bei der neuen Generation von Batterien vorn mit dabei zu sein. Quelle: dpa
Produktion von Batteriezellen für Elektroautos bei Volkswagen

Autokonzerne investieren jede Menge, um zumindest bei der neuen Generation von Batterien vorn mit dabei zu sein.

(Foto: dpa)

Anderthalb Jahre nach dem ersten Wurf fördert die Europäische Union nun ein zweites Projekt, um die Batterieforschung hierzulande in Schwung zu bringen. Das ist richtig und gut – kommt nur leider etwas spät.

Vor drei Jahren haben Berlin und Brüssel erkannt, dass die europäische Industrie in Sachen E-Mobilität in eine neue Abhängigkeit zu Unternehmen aus China, Korea und Japan geraten könnte. Es wurde gegengesteuert, ein europäisches Investitionsprogramm aufgesetzt, und es wurden nationale Fördergelder für batteriebetriebene Autos lockergemacht.

Und die Kehrtwende zeigt erste Erfolge: Das schwedische Northvolt-Unternehmen baut eine eigene Gigafabrik zur Fertigung von Batteriezellen, der Verkauf von E-Autos geht durch die Decke, und Deutschland wird in nur wenigen Jahren zur größten Zellfabrik Europas.

Das klingt erst mal gut und ist auch nicht verkehrt. Ändert nur leider wenig an der Ausgangslage: Die europäische Autoindustrie bleibt abhängig von CATL, BYD, LG und anderen asiatischen Branchengrößen.

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    Denn die Produktionskapazitäten, die gerade in Deutschland, Frankreich und Polen entstehen, werden zum allergrößten Teil von den Marktführern aus Fernost aufgebaut. Ob von CATL in Thüringen, SVolt im Saarland oder LG in Polen. Ähnlich sieht es eine Stufe vorher in der Zellforschung und -entwicklung aus. Die vielversprechendsten Start-ups kommen entweder aus Asien oder aber Nordamerika.

    Neue Batteriegenerationen als Chance

    Das Gute ist: Die Autokonzerne investieren jede Menge, um zumindest bei der neuen Generation von Batterien vorn mit dabei zu sein. So hat Volkswagen erst Ende vergangenen Jahres sein Investment in das US-Unternehmen Quantumscape noch einmal um 200 Millionen Dollar aufgestockt. Das amerikanische Start-up forscht an der Entwicklung des sogenannten Feststoffakkus – des heiligen Grals der Batterieforschung.

    Zwar ist auch die deutsche Forschungslandschaft auf dem Gebiet hoch angesehen und aktiv, aber die Wirtschaft investiert kräftig in anderen Ländern.

    Der Illusion zu erliegen, dass Deutschland und Europa sich durch eigene Zellfabriken der Abhängigkeit von der Konkurrenz aus Asien entledigen könnten, war von Anfang an die falsche Herangehensweise. Europa kann sich ein Stück weit unabhängiger machen, und das sollte es auch. In diesem Rennen gleichzuziehen oder aber sogar aufzuholen ist allerdings ausgeschlossen.

    Umso wichtiger ist es deswegen, mehr Geld, auch aus der Wirtschaft, in die Forschung der neuen Batteriegenerationen zu stecken. Hier gibt es nämlich noch eine echte Chance, zumindest in Zukunft vorn mit dabei zu sein.

    Mehr: Jagd nach der Superbatterie: Diese Technologie soll die Probleme der Elektromobilität lösen

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