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KommentarFreihandelsabkommen mit den USA: Der große Brexit-Preis bleibt Boris Johnson verwehrt

Im Weißen Haus holte sich der britische Premier eine weitere Absage. Dass sich der Brexit in der Handelspolitik auszahlt, ist nicht zu erkennen.Carsten Volkery 22.09.2021 - 15:00 Uhr Artikel anhören

Der US-Präsident hat kein großes Interesse an einem Handelsdeal mit Großbritannien.

Foto: ddp/Andrew Parsons / No10 Downin

London. Groß war die Begeisterung in London über die U-Boot-Allianz mit Australien und den USA in der vergangenen Woche. Nicht nur hatte Großbritannien mit dem Überraschungscoup dem Lieblingsrivalen Frankreich eins ausgewischt. Der Aukus-Pakt schien dem Vereinigten Königreich endlich den Platz auf der Weltbühne einzuräumen, den es aus eigener Sicht verdient.

Ausgerechnet Boris Johnsons Besuch in Washington trübt nun die gute Laune. Denn der seit Jahren versprochene große Preis des Brexits, ein Freihandelsabkommen mit den USA, bleibt dem britischen Premierminister weiter verwehrt. Im Oval Office holte sich Johnson eine Absage von US-Präsident Joe Biden. Der Gast nahm es sportlich zur Kenntnis und sprach von „anderen Optionen“, die er nun verfolge.

Biden hat nie ein Geheimnis daraus gemacht, dass internationale Handelsdeals nicht seine Priorität sind. Aber für die Brexiteers löst sich nun eine weitere Illusion auf: Dass die Welt den Briten plötzlich offenstehe, wenn sie nur erst die EU verlassen haben.

Noch unter Bidens Vorgänger Donald Trump hatten sich beide gegenseitig darin bestärkt, ein schnelles Handelsabkommen abzuschließen. Die Briten seien als Erste an der Reihe, hatte der Amerikaner versprochen. Dabei war schon damals klar, dass die Interessengegensätze so groß sind, dass ein Deal extrem schwierig und langwierig würde.

Brexit bleibt ein Verlustgeschäft

Die britische Bevölkerung teilt die Vorbehalte, an denen bereits das europäisch-amerikanische Handelsabkommen TTIP gescheitert war. Sie will ihre Landwirtschaft und ihr Gesundheitssystem vor amerikanischen Firmen schützen. Die USA hingegen fordern weitreichenden Zugang zu diesen Märkten.

Aus diesem Grund dürfte auch der Plan B der Johnson-Regierung scheitern. Laut Medienberichten überlegt Großbritannien, dem Handelsabkommen der USA mit Kanada und Mexiko (USMCA) beizutreten. Auch hier müsste sich das Land jedoch auf US-Lebensmittelstandards einlassen, die es bisher abgelehnt hat. Obendrein müsste das Neumitglied wohl die Regeln hinnehmen – eine Mitsprache gäbe es nicht.

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Die versprochene Brexit-Dividende ist in der Handelspolitik nicht zu erkennen. Zwar hat Großbritannien mit Australien gerade ein erstes Handelsabkommen vereinbart, das die EU nicht hat, aber der Effekt ist vernachlässigbar. Ein Deal mit den Supermächten USA oder China hingegen bleibt unwahrscheinlich.

Die Handelsbeziehung zum dritten großen Wirtschaftsblock in der Welt hat sich unterdessen drastisch verschlechtert: Die britischen Exporte in die EU sind seit Jahresanfang um rund ein Fünftel eingebrochen. Unter dem Strich bleibt der Brexit ein Verlustgeschäft.

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