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CDU-Vorsitz Wie die CDU-Spitze eine Kampfkandidatur zwischen Laschet und Merz verhindern wollte

Die CDU-Führung soll sich darum bemüht haben, Friedrich Merz von einer Kandidatur für den Parteivorsitz abzuhalten. Dafür machte sie ihm ein Versprechen.
26.02.2020 - 17:54 Uhr 7 Kommentare
Der frühere Unionsfraktionschef soll vor allem Laschet klargemacht haben, dass er nur Teil eines Teams sein will, das er anführt. Quelle: dpa
Friedrich Merz

Der frühere Unionsfraktionschef soll vor allem Laschet klargemacht haben, dass er nur Teil eines Teams sein will, das er anführt.

(Foto: dpa)

Berlin Dass der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn als Team in das Rennen um den CDU-Vorsitz eingestiegen sind, hat Konkurrent Friedrich Merz als „Bildung eines Kartells zum Nachteil eines Wettbewerbers“ bezeichnet.

Daran angelehnt würde man das, was in den 24 Stunden zuvor passierte, wohl einen Bestechungsversuch nennen. Die CDU-Führung hatte sich bemüht, Merz von einer Kandidatur abzuhalten – auch mit dem Versprechen eines Ministerpostens.

Schon in der vergangenen Woche hatten Laschet, Spahn und CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer wiederholt versucht, Merz zu überreden, Teil einer Teamlösung zu werden. Auch der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier und der Chef des CDU-Arbeitnehmerflügels, Karl-Josef Laumann, sollen entsprechend auf Merz eingewirkt haben.

Doch der frühere Unionsfraktionschef soll vor allem Laschet klargemacht haben, dass er nur Teil eines Teams sein will, das er anführt. In einem hitzigen Gespräch habe Merz zu Laschet gesagt, dass dessen Platz in Düsseldorf sei. Merz sei der Meinung gewesen, „dass er für die Position eins kandidieren soll – okay, dann werden wir das fair austragen“, sagte Laschet nun der „Bild“-Zeitung.

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    Am frühen Montagmorgen hatte die oberste CDU-Führung einen letzten Versuch unternommen. Kramp-Karrenbauer traf sich mit den stellvertretenden Parteivorsitzenden. Die Runde war sich einig: Eine Kampfkandidatur zwischen Laschet und Merz soll verhindert werden.

    Man rief Merz an: ob er bereit sei, auf eine Kandidatur für den CDU-Vorsitz zu verzichten, wenn er dafür einen Posten im jetzigen Bundeskabinett bekäme. Doch Merz soll abgewinkt haben. Vor einem Jahr sei das möglicherweise interessant gewesen, jetzt aber nicht mehr, habe er sinngemäß erklärt.

    „Es stand nicht zur Debatte, dass Friedrich Merz Minister im Kabinett Merkel wird. Er hat ja gesagt, er will nicht, insofern hat sich die Frage erledigt“, sagte Laschet nun der „Bild“. Ein Grund für Merz‘ Absage dürfte gewesen sein, dass auch bei diesem Telefonat unklar blieb, ob Kanzlerin Angela Merkel (CDU) einem Ministerposten für Merz zustimmen würde.

    Zweifel an Merz' Interesse an einer Teamlösung

    In den vergangenen Wochen hatte Merkel in internen Gesprächen auch mit Kramp-Karrenbauer immer wieder deutlich gemacht, dass sie gegen eine Kabinettsumbildung sei. Und es kommt noch hinzu, dass das Verhältnis zwischen Merkel und Merz schwer belastet ist. Im Umfeld von Merz wird deshalb die Frage aufgeworfen, was das Angebot von Kramp-Karrenbauer und ihren Stellvertretern überhaupt wert gewesen sei.

    In der CDU-Führungsspitze zweifelt man hingegen, dass Merz Interesse an einer Teamlösung gehabt habe. Wenn die Parteichefin mit allen Stellvertretern Druck gemacht hätte, wäre ein Kabinettsposten denkbar gewesen, so die Einschätzung. Auch in der anschließenden Präsidiumssitzung am Montagmorgen wurde das Thema aufgeworfen. Dabei habe sich Merkel geäußert, heißt es aus dem Präsidium.

    Die Kanzlerin habe gesagt, dass Merz sie jederzeit anrufen könne, wenn es etwas zu besprechen gebe. Ob die Aussage nun ein Beleg dafür ist, dass Merkel sich einen Minister Merz vorstellen könnte, da gibt es unterschiedliche Interpretationen. Im Umfeld von Merz wird darauf verwiesen, dass es mehrfach in den vergangenen Monaten Versuche gegeben habe, Kontakt mit Merkel aufzunehmen – allerdings vergebens.

    Vermutlich dürfte die CDU-Spitze bei ihrem Angebot an Merz das Wirtschaftsministerium im Blick gehabt haben. Damit ist der Vorgang auch ein Schlag für Peter Altmaier. Der weiß nun, dass die oberste CDU-Führung kein Problem hätte, ihn aus dem Kabinett zu entfernen.

    In der Union gibt es schon länger Kritik an Altmaiers Performance. Auch CSU-Chef Markus Söder hatte seine Forderung nach einer Kabinettsumbildung im Januar mit dem Hinweis verknüpft, die Union müsse sich in der Wirtschaftspolitik verstärken.

    Das Ministerangebot an Merz macht auch deutlich, wie groß die Furcht in der CDU ist, die Kampfkandidatur von Laschet, Merz und Röttgen könnte die ohnehin in der Krise steckende Partei weiter spalten.

    Söder schätzt alle drei Kandidaten

    Derweil gibt es erste Unterstützer für die Kandidaten. Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) stellte sich hinter seinen Kollegen aus NRW. „Laschet steht für die Erneuerung der Partei“, sagte Günther im Deutschlandfunk. Er habe bewiesen, dass er unterschiedliche Flügel der Partei zusammenführen könne. Die baden-württembergische CDU-Spitze hat sich hingegen für Merz als künftigen Parteichef ausgesprochen.

    CSU-Chef Markus Söder sagte, dass alle drei Kandidaten „hochkompetente Persönlichkeiten“ seien, mit denen man gut zusammenarbeiten könne. Die CSU halte sich aus dieser Frage heraus. Einen Ratschlag gab es dann aber doch noch: Nun sei eine Entscheidung notwendig, danach müssten aber alle in der CDU wieder zusammenkommen. „Wir brauchen jeden: Konservative, Liberale und Soziale“, so Söder.

    Der bayerische Ministerpräsident pochte erneut auf ein Mitspracherecht bei der Frage, wer gemeinsamer Kanzlerkandidat werden soll. Das will die bayerische Schwesterpartei auch erst Ende des Jahres oder Anfang 2021 klären. „Ohne die CSU wird es keinen Kanzlerkandidaten geben, und ohne die Stimme aus Bayern kann kein Unions-Mann gewählt werden“, sagte Söder. „Nur zusammen, nicht allein wird es laufen.“

    Sich selbst nahm Söder erneut aus dem Rennen um die Kanzlerkandidatur der Union. „Mein Platz ist in Bayern und nicht in Berlin“, sagte er. „Deswegen stehe ich hier als Ministerpräsident. Ich kann nicht anders, aber ich will auch nicht anders.“

    Mehr: Jens Spahn unterstützt die Kandidatur des NRW-Ministerpräsidenten. Rivale Merz hat die Unterstützung der Wirtschaft – doch Laschet verfügt über eine große Machtbasis in der Partei.

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    7 Kommentare zu "CDU-Vorsitz: Wie die CDU-Spitze eine Kampfkandidatur zwischen Laschet und Merz verhindern wollte"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Was spricht gegen eine Kamopfkandidatur? M. E. nichts. Die CDU muß endlich aufwachen und wissen, was sie will. Klare Entscheidungen sind gefragt und keine Hinterzimmerkungelei.

    • Der Bürger in der Rolle des wohlwollenden Zuschauers ist geneigt zu empfehlen: "Pulver trocken halten"

    • Es ist erfreulich das Merz nicht käuflich ist. Er steht dazu das er als CDU-Vorsitzender kandidiert und Kanzlerkandidat für die CDU antreten will. Jetzt wollte man ihn mit einem Ministerposten kaufen, was Gott sei Dank schief ging.
      Wie verkommen sind eigentlich unsere Parteien? Wenn wir noch eine Demokratie sind dann nur eine gelenkte Parteien-Demoktraie.
      Parteien Schachern in Hinterzimmern aus wer uns, dem Volk, am Schluss zur Wahl vorgesetzt wird. Bei der CDU sollte es natürlich Muttis Liebling Laschet werden, nachdem Muttis Ziehtochter AKK es vergeigt hatte. Nicht der/die Beste fürs Land wird Kanzler-Kandidat sondern nur der, den die Parteispitze aussucht. Ja liebe CDU-Mitglieder ihr seit nur Stimmvieh ohne Mumm auf dem Parteitag.
      So lassen wir uns Wähler nicht mehr hinter die Fichte führen. Ergebnis aus Wahlniederlagen, nichts gelernt weiterhin arrogant und überheblich gegenüber dem Wähler.

    • Die CDU muss endlich zeigen wofür sie in Zukunft stehen wird, ein weiter so ( hinter Merkel verstecken, abnicken und als Abgeordneter nur sich selbst hören wollen, ohne kompetent zu sein) wird die Partei ins nichts führen. Persönlichkeiten, die anfassen und auch auf den Tisch hauen können, sich in Europa für gesunde vorwärtstragende Politik einsetzen, sehe ich da nicht.
      Meine Hoffnung ist, dass Merz sowas könnte, aber wird er gewählt; habe den Eindruck, in der Partei werden jetzt die größten Geschütze aufgefahren, um ihn zu stoppen.
      Eine Änderung der Führungsstruktur der Partei könnte ja wehtun und für einige nicht mehr so bequem sein!

      Ich denke, dass wird nur Utopie!

    • Das Merkel - Regieren ist nur ein Reagieren ohne Visionen. Die CDU hat unter Merkel Ihren Kompass verloren
      und unzählige Stammwähler politisch heimatlos gemacht. Da es für ehemalige CDU-Wähler wie mich keine
      Oppositionspartei zur großen Koalition mehr gibt, fühle ich mich sogar seit Jahren vom politischen Abstimmungsprozess ausgeschlossen.
      Herr Merz ist unter den derzeitigen Bewerbern der Einzige, der die Courage hat klare Kante zu reden und tatsächlich für Aufbruch der CDU zu ehemaligen Wahlergebnissen steht. Alleine ihm wird es gelingen enttäuschte Wechselwähler der CDU zurückzugewinnen und somit die AfD auch unter 5% zurückzudrängen.

    • Demokratie braucht Wettbewerb, daher sind die Vermeider von Kampfkandidaturen schon mal kritisch zu sehen. Die CDU braucht einen mit Ecken und Kanten, der sich deutlich von Angela Merkel absetzt; schon die Wahl von AKK war nicht gut weil zu viele Delegierte den unvermeidlichen Aufbruch in eine neue Ära vermeiden wollten... Von den aktuellen Bewerbern ist klar Friedrich Merz der Einzige, der nach innen für Abgrenzung und nach außen für Profil steht.

    • Herr Merz sollte es machen! Da wissen wir, dass er es anders macht, als System Merkel.Herr Laschet sollte in NRW bleiben - in Berlin wäre doch die Gefahr des "weiter So"

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