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US-Newsletter „Zukunftslabor USA“ Jeff Bezos: „Wir bauen eine Straße ins All, damit künftige Generationen die Zukunft bauen können“

Als erster Zivilist der Welt ist der Amazon-Gründer ins All geflogen. Auf der Erde muss er sich Kritik anhören – weil er zu wenig Steuern zahlt.
21.07.2021 - 16:20 Uhr Kommentieren
Die Crew (v.l.): Oliver Daemen, Jeff Bezos, Wally Funk und Mark Bezos. Quelle: AP
Flug ins All

Die Crew (v.l.): Oliver Daemen, Jeff Bezos, Wally Funk und Mark Bezos.

(Foto: AP)

New York Jeff Bezos hat Geschichte geschrieben – wieder einmal. Der Gründer des größten Online-Kaufhauses Amazon und der reichste Mensch der Welt ist nun auch der erste Zivilist, der mit seinem eigenen Unternehmen die sogenannte „Kármán-Linie“ überschritten hat. Sie liegt 100 Kilometer über dem Meeresspiegel und wird von einigen Experten als wahre Grenzline zum All bezeichnet.

„Der beste Tag aller Zeiten“, jubelte Bezos in der Schwerelosigkeit. Der 57-Jährige erfüllte sich damit einen Kindheitstraum. Doch wichtiger noch: Er will sein Raumfahrt-Unternehmen Blue Origin in den Fokus rücken. Sein Weltraumflug war wichtig, um andere, wohlhabende Weltraumtouristen anzulocken.

Zwei Mal noch will die Trägerrakete „New Shepard“ in diesem Jahr zahlende Kunden ins All befördern. Die Erlöse aus den Ticketverkäufen „nähern sich der 100-Millionen-Dollar-Marke“, wie Bezos auf einer Pressekonferenz nach seinem elf-minütigen Flug mitteilte. Wie viel ein Ticket jedoch tatsächlich kostet, ließ er offen.

Doch anders als Wettbewerber Richard Branson von Virgin Galactic will Bezos mehr, als nur den Weltraum-Tourismus fördern. Der Amazon-Gründer hat es auf prestigeträchtige und umsatzstarke Regierungsaufträge abgesehen und will damit auch Elon Musk Konkurrenz machen.

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    „Wir bauen eine Straße ins All, damit künftige Generationen die Zukunft bauen können“, sagte Bezos. Millionen von Menschen könnten eines Tages dort leben und arbeiten, so die Vision des Unternehmens, in das er viele Milliarden Dollar gesteckt hat.

    Es wird allerdings schwierig werden, Musk einzuholen. Sein Raumfahrtunternehmen SpaceX hat sich längst als verlässlicher Partner der Weltraumorganisation Nasa etabliert und sich Verträge in Milliardenhöhe gesichert, während Blue Origin mit Verzögerungen zu kämpfen hat.

    Zurück auf der Erde sorgte Bezos dann auch noch mit einer flapsigen Äußerung für Unmut. „Ich will jedem Amazon-Mitarbeiter und jedem Amazon-Kunden danken, denn ihr habt für all das bezahlt“, sagte er in die Kameras.

    Das veranlasste eine ganze Reihe von Kritikern, überwiegend aus der Politik, die sich ohnehin daran stören, dass der reichste Mann der Welt praktisch keine Steuer zahlt. „Es ist Zeit, dass Jeff Bezos sich um seine Geschäfte hier auf der Erde kümmert und einen gerechten Anteil an Steuern bezahlt“, wetterte die demokratische Senatorin und frühere Präsidentschaftskandidatin Elizabeth Warren, die schon seit Jahren für eine Vermögenssteuer kämpft.

    Earl Blumenauer, ein demokratischer Abgeordneter des Repräsentantenhauses, der für Steuergesetze zuständig ist, wetterte: „Weltraumtourismus ist kein Steuersparmodell für die Reichen. Wir zahlen Steuern auf Flugtickets. Milliardäre, die ins All fliegen ohne dabei wissenschaftlich wertvolle Dinge zu leisten, sollten das Gleiche tun – und noch mehr!“

    Amazon-Kritiker verwiesen zudem auf die schlechten Arbeitsbedingungen für Amazons Lager-Mitarbeiter und Paketauslieferer, für die der Konzern schon seit Jahren und in einer ganzen Reihe von Ländern immer wieder kritisiert wird.

    Bezos Ex-Frau MacKenzie Scott konzentriert sich unterdessen darauf, mit großen Spenden das Leben auf der Erde zu verbessern. Scott und Bezos haben den Plan für Amazon vor fast 30 Jahren gemeinsam entwickelt. Mit der Scheidung wurde sie zu einer der reichsten Frauen der Welt. Ihr Vermögen wird auf 57 Milliarden Dollar geschätzt. Bezos kommt auf über 200 Milliarden Dollar.

    Während es der frühere Amazon-Chef seinen Reichtum vor allem dazu nutzt, seine Weltraum-Ambitionen zu verwirklichen, will Scott ihr Vermögen noch zu Lebzeiten abgeben und sich aktiv darum kümmern. Insgesamt hat sie schon gut acht Milliarden Dollar an hunderte von Stiftungen gespendet. „Und ich werde dabei bleiben, bis der Safe leer ist“, stellte sie klar.

    Mehr: Ambitionierter Weltraumflug geglückt: Amazon-Gründer Jeff Bezos kehrt sicher zurück zur Erde.

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