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Energie

Windkraft Siemens Gamesa bringt neue Mega-Turbine auf den Markt

Im vergangenen Jahr sorgte der Konkurrent GE mit seiner Zwölf-Megawatt-Turbine für Wirbel. Jetzt setzt der Windkonzern Siemens Gamesa noch einen drauf.
19.05.2020 - 09:09 Uhr 2 Kommentare
Ganze 108 Meter ist jedes der drei Rotorblätter lang und damit genau einen Meter länger als der bisherige Rekordhalter von GE. Quelle: Siemens Gamesa
Entwurf der neuen Turbine von Siemens Gamesa

Ganze 108 Meter ist jedes der drei Rotorblätter lang und damit genau einen Meter länger als der bisherige Rekordhalter von GE.

(Foto: Siemens Gamesa)

Düsseldorf Für Windräder auf See gibt es nur einen Weg: nach oben. Die Anlagen werden immer größer, immer höher, immer leistungsstärker. Seit drei Jahren überschlagen sich die Turbinenhersteller mit ihren Ankündigungen. 2018 setzten sich die Dänen von Vestas mit ihrer 10-Megawatt-Turbine an die Spitze, um schon kurz darauf von den US-Amerikanern bei GE mit 12 Megawatt ausgestochen zu werden. Jetzt zieht das deutsch-spanische Gespann um Siemens Gamesa an seiner Konkurrenz vorbei.

Die neue SG-14-Anlage soll auf hoher See mit einer 14-Megawatt-Leistung laufen. Der erste Prototyp wird schon im nächsten Jahr fertiggestellt. „Es ist die nächste Generation der Offshore-Windturbinen und eine Anlage für den Weltmarkt“, sagt Pierre Bauer, Geschäftsführer von Siemens Gamesa Deutschland und Finanzchef für den Bereich Offshore im Gespräch mit dem Handelsblatt. Schließlich sei man auf dem Wachstumspfad.

Insgesamt drehen sich aktuell 5500 Windturbinen in den Weltmeeren, zwei Drittel davon in Europa. Im Gegensatz zu dem Geschäft mit der Windkraft an Land, sind die Projekte im Meer zwar meist größer, aber dafür gibt es deutlich weniger von ihnen. Der Wettbewerb ist hart. 

Das Potenzial der Offshore-Windkraft jedoch ist noch deutlich größer. In den nächsten zwanzig Jahren soll das Geschäft mit der Windkraft auf See nach Einschätzung der Internationalen Energieagentur ein Volumen von über 1,3 Billionen US-Dollar erreichen und Offshore-Windkraft zu einer der größten Stromquellen der Welt werden. In Deutschland wurde vor zehn Jahren die erste Windkraftanlage auf hoher See installiert. Mittlerweile ist die Bundesrepublik mit ihren 1300 Windrädern nach Großbritannien der zweitgrößte Offshore-Markt der Welt.

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    Anders als ihre kleinen Verwandten an Land sind die Windräder vor den Küsten nicht nur deutlich leistungsfähiger, sondern auch größer und teurer. Das gilt auch für die neue Siemens-Turbine. Ganze 108 Meter ist jedes der drei Rotorblätter lang und damit genau einen Meter länger als der bisherige Rekordhalter von GE.

    Insgesamt kommt die neue Turbinengeneration damit auf einen Durchmesser von 220 Metern. Und auch bei der Leistung gebe es noch Luft nach oben, ist Bauer überzeugt. „Hätte man einen Entwickler vor vier Jahren gefragt, ob eine Anlage mit 14 Megawatt im Jahr 2020 machbar ist, wäre die Antwort nein gewesen. Aber es geht immer noch mehr.“

    Auf den Markt kommen soll die SG-14 allerdings erst 2024. Da hat GE mit seiner 12 MW-Turbine einen Vorsprung. Die geht schon Ende des nächsten Jahres in die Serienfertigung und könnte mit ein paar Anpassungen laut GE sogar auf fast 14 Megawatt Leistung hochgebracht werden. Ohnehin, lasse die nächste Mega-Turbine der Konkurrenz mit Sicherheit nicht lange auf sich warten, ist Bauer sicher.

    Corona sorgt für rote Zahlen

    Obwohl die Siemens-Energy-Tochter aufgrund der weltweiten Corona-Pandemie erst vor Kurzem ihre Prognosen für das laufende Jahr zurücknehmen musste, zeigt sich der Deutschland-Manager des Windriesen zuversichtlich. „Im Offshore-Bereich haben wir teilweise 3-6 Jahre Entwicklungszeit für Produkte und Projekte. Viele Komponenten waren daher vorhanden und wir haben keine signifikanten Einschränkungen erlebt. Regional waren die Lieferketten unterschiedlich betroffen, im Onshore-Markt sah es daher zum Teil anders aus“, sagt Bauer. Gerade in den südeuropäischen Ländern, aber auch in den USA und Asien kamen aufgrund der Corona-Einschränkungen viele Projekte erstmal zum Stillstand.

    Wie schon im ersten Quartal hat es der Offshore-Marktführer auch im zweiten nicht aus der Verlustzone herausgeschafft. Unter dem Strich verlor der Windanlagenbauer 165 Millionen Euro, nach einem Gewinn von 49 Millionen Euro im Vorjahr. Im ersten Halbjahr summieren sich die Verluste damit auf 339 Millionen Euro. Aber auch die Konkurrenten Vestas und Nordex schreiben wegen Corona rote Zahlen.

    Deswegen sei es jetzt umso wichtiger, dass die Bundesregierung ihre Ankündigungen auch in die Tat umsetze, fordert Bauer. „Die Ausbaubeschränkung für Offshore-Wind muss weg. Das ist optionslos, wenn wir unsere Klimaziele erreichen wollen“, sagt er mit Anspielung auf den so genannten Offshore-Deckel.

    Eigentlich sollten laut dem Plan aus Berlin bis 2030 bislang 15 Gigawatt Windkraft auf dem Meer installiert werden. Erst in der vergangenen Woche hatten sich die Küstenländer Niedersachsen, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein mit den Übertragungsnetzbetreibern und dem Bund jedoch nach monatelangem Ringen auf eine Erweiterung der Ausbaugrenze auf 20 Gigawatt bis 2030 geeinigt.

    Mehr: Warum Corona dem Klima gut tut, aber die Energiewende ausbremst.

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    Mehr zu: Windkraft - Siemens Gamesa bringt neue Mega-Turbine auf den Markt
    2 Kommentare zu "Windkraft: Siemens Gamesa bringt neue Mega-Turbine auf den Markt"

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    • Ganesha ist die indische Gottheit der Weisheit. Dieses mächtige Windrad ist jedoch feinste europäische Ingenieur-Leistung, keine Gottheiten-Märchenwelt. Bravo! Aus deutscher Nabel-Schau, Vehetzung der Erneuerbaren, ist der Blickwinkel entschieden zu eng angelegt. Es geht um den Weltmarkt. Es gibt noch viele viele Zonen auf der Erde, wo Windräder sehr rentabel sein können. Reine Geldmaschinen. Vor allem, Windräder drehen sich auch nachts und vor allem im Winter, wenn kaum Sonne scheint. Deutschland sollte, um Arbeitsplätze zu sichern, die Windräder mir dem Verkauf auch gleich finanzieren. Der Wind macht Strom und damit Geld und so erfolgt dann die Rückzahlung der Kredite. Vor allem in Entwicklungsländern, wo häufig Strom ausfällt, wäre selbst der volatile Windstrom eine willkommener Zusatz der Erzeugung. Jedes Watt an Erzeugung ist dort willkommen, um teuren Dieselstrom zu vermeiden, auch wenn Diesel gerade billig ist, die Diesel-Aggregate sind sündhaft teuer für Entwicklungsländer. Der Wind schickt keine Rechnung. China finanziert mehr Exporte als der gesamte Westen.

    • Braucht kein Mensch,da nicht Grundlast fähig. Egal wie die Leistung ist. Vorschlag: Jeder Windturbinen Betreiber muß einen seiner Anlagenleistung entsprechenden Speicher für mindestens 24 Stunden Speicherkapazität mit installieren. Darüberhinaus keine weiteren Subventionen sondern nur nach Leistung normal vergüten.

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