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Automobilmesse VW schickt nur seine drei Hauptmarken zur IAA nach München

Der VW-Konzern reduziert seine Präsenz auf der IAA: Zur neuen Messe nach München kommen nur die Pkw-Marken Volkswagen, Audi und Porsche.
04.05.2021 - 09:04 Uhr Kommentieren
Vorstellung des neuen IAA-Konzeptes vergangenen Sommer in München: Die Corona-Pandemie bereitet schon genug Probleme. Jetzt verzichtet Volkswagen auch noch auf einen Teil seiner Konzernpräsentation. Quelle: dpa
Schwieriger Start für die neue IAA in München

Vorstellung des neuen IAA-Konzeptes vergangenen Sommer in München: Die Corona-Pandemie bereitet schon genug Probleme. Jetzt verzichtet Volkswagen auch noch auf einen Teil seiner Konzernpräsentation.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Der Volkswagen-Konzern wird in diesem Jahr auf der neuen IAA in München erstmals nicht mit allen seinen Pkw-Marken vertreten sein. Wie am Dienstag in Unternehmenskreisen bestätigt wurde, werden sich im September in der bayerischen Landeshauptstadt nur die drei Hauptmarken Volkswagen, Audi und Porsche präsentieren. Konzerntöchter wie Skoda und Seat bleiben zu Hause.

Dass das größte Mitgliedsunternehmen nicht mehr mit seinem kompletten Konzernprogramm in München erscheinen wird, ist für den veranstaltenden Verband der Automobilindustrie (VDA) ein neuerlicher Rückschlag im Vorfeld der Messe. Wegen der Corona-Pandemie hat der VDA erhebliche Probleme, die Messe überhaupt stattfinden zu lassen. Zwei Jahre nach dem Rückzug vom Traditionsstandort Frankfurt wollte der Verband mit einem umfassend veränderten Konzept eine völlig neue Messe in München auf die Beine stellen.

Der Verzicht auf die Präsenz der kleineren Tochtermarken ist aus Volkswagen-Sicht keine Absage an die neue Internationale Automobil-Ausstellung in München: „Mit unseren drei Leitmarken ist der Konzern trotzdem stark vertreten“, hieß es dazu im Unternehmen. Der Konzern schickt außerdem seine Softwaretochter Cariad nach München. Das soll den Aufbruch in eine neue automobile Zeit mit einer starken Digitalisierung symbolisieren.

Dass kleinere Konzernmarken wie Skoda und Seat nicht nach München kommen werden, geht zum Teil auch auf die Corona-Pandemie zurück. Die kleineren Tochtermarken scheuen den Millionenaufwand für den IAA-Auftritt, weil noch etwas länger unklar sein wird, in welcher Form die erste Münchener Automesse überhaupt stattfinden kann. Bleibt das Infektionsgeschehen zu hoch, wird es im September möglicherweise eine überwiegend digitale Messe mit sehr kleinen Besucherzahlen geben. Das lohne sich dann für Skoda und Seat nicht, verlautete aus dem Konzern.

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    Schon in den vergangenen Monaten hatte gerade der Volkswagen-Konzern immer wieder Bedenken geäußert. Wegen der Pandemie sei eine reguläre Messe kaum möglich. BMW und Daimler hatten dagegengehalten und sich für den Septembertermin in München ausgesprochen. Der VDA will die IAA unbedingt ausrichten. Deutschlands einflussreichster Industrieverband finanziert sich zu großen Teilen aus den Überschüssen des Messegeschäfts.

    Dadurch, dass der Wolfsburger Konzern zumindest seine drei Hauptmarken im September nach München schicken will, wird ein Bruch mit dem VDA vermieden. Von allen großen Mitgliedern des Verbandes wird erwartet, dass sie sich an die Beschlüsse des VDA halten und an der IAA teilnehmen. Volkswagen, Audi und Porsche sind als deutsche Autohersteller offizielle Mitglieder des VDA. Skoda und Seat sind das nicht, weil sie nicht in Deutschland produzieren und hierzulande als Importeure gelten.

    Sorge um den Fortbestand der IAA

    Die Internationale Automobil-Ausstellung (IAA) soll nach dem Willen des Verbandes auf jeden Fall in diesem Jahr in München stattfinden (7. bis 12. September). Diesen Beschluss hatte der Vorstand des Verbandes der Automobilindustrie Ende März einstimmig getroffen. „Wir wollen die IAA im September durchführen“, hatte VDA-Präsidentin Hildegard Müller damals gesagt.

    Der Vorstand hatte auch alle Planungen für die IAA im März bestätigt. Die Vorbereitungen liefen entsprechend „auf Hochtouren“ weiter. Gemeinsam mit der Messe München und den zuständigen Behörden von Stadt und Land arbeitet der VDA seitdem auch an den notwendigen Hygienekonzepten.

    Der Verband und die Unternehmen aus der Autoindustrie halten die Risiken für eine IAA trotz der anhaltenden Corona-Pandemie für beherrschbar. Der VDA hofft darauf, dass sich das Infektionsgeschehen in den kommenden Monaten beruhigt und dass die Impfkampagne zugleich weiter deutlich an Fahrt gewinnt.

    Beim Verband gibt es die Sorge, dass die IAA endgültig aus dem Messekalender gestrichen wird, sollte die Ausstellung in diesem Jahr ausfallen. Da sich Deutschland und Frankreich bei der größten europäischen Automesse im Herbst abwechseln, wäre der VDA mit seiner nächsten IAA erst wieder 2023 an der Reihe. Weltweit sind die Automessen unter Druck und verlieren beständig Besucher. Die Ausstellungen in Genf und Tokio sind für dieses Jahr bereits abgesagt worden.

    Deshalb werden überall neue Messekonzepte ausprobiert. Die in der Vergangenheit in Frankfurt veranstaltete IAA ist deshalb nach München umgezogen. Die Ausstellung soll dort als Mobilitätsmesse angelegt werden, die alle Verkehrsträger und nicht nur die Autos einschließt. Außerdem wird die Messe nicht nur auf dem Messegelände, sondern auch in der Münchener Innenstadt veranstaltet, so zumindest der Plan.

    Möglicherweise sind aber die IAA-Teile mit größerem Besucherzuspruch wegen der Pandemie in Gefahr. Am Montag haben die bayerische Landesregierung und die Stadt München das Oktoberfest abgesagt, das unmittelbar nach der IAA in der bayerischen Landeshauptstadt stattfinden sollte. Der VDA betonte auch nach dieser Entscheidung, dass die Vorbereitungen für die Automesse trotzdem weiterliefen.

    Mehr: Automesse IAA soll im September wie geplant stattfinden

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