Trump-Zölle: Wie Trumps China-Zölle Teslas Zukunftsprojekte ausbremsen
Düsseldorf. Der Zollkrieg zwischen den USA und China trifft auch den Elektroautohersteller Tesla. Einfuhren aus China in die USA von Komponenten für das Robotaxi Cybercab und den Sattelschlepper Semi seien ausgesetzt worden, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters.
Für Tesla sind beide Modelle wichtig. Der Autohersteller verspricht sich vor allem von dem autonom fahrenden Cybercab einiges. Aber auch der Semi spielt eine wichtige Rolle in den Wachstumsplänen. Viele Kunden warten schon lange auf den elektrischen Lastwagen, den Tesla bereits 2017 vorgestellt hatte. 2026 soll er in größerer Stückzahl produziert werden.
Die Nachricht, dass der Zollstreit auch Tesla in diesem Maße trifft, überrascht. Denn der US-Autohersteller ist eigentlich wenig von den Zöllen betroffen. So stellt der US-Konzern alle seine Fahrzeuge, die zu einem großen Teil in den USA verkauft werden, in Kalifornien und Texas her – es fallen also keine Zölle an. Zum Vergleich: Ford und General Motors stellen nur 79 Prozent beziehungsweise 54 Prozent der in den USA verkauften Fahrzeuge in Nordamerika her.
Musk: Zölle haben „signifikanten Einfluss“ auf Tesla
Allerdings hat Tesla eine Schwachstelle: Es importiert nicht wenige Teile für seine Fahrzeuge in die USA. Auf Basis der Daten der US-Verkehrsbehörde NHTSA machen diese 35 Prozent eines in den USA verkauften Teslas aus, wie der Finanzdienst Bloomberg Intelligence ausrechnete. Die Zölle von Trump haben „einen signifikanten Einfluss“ auf Tesla, sagte Vorstandschef Elon Musk.
Wie viele der Teile und Komponenten aus China kommen, ist nicht festzustellen. Allerdings ist das Land nicht unwichtig für Tesla. Als erster ausländischer Autohersteller baute es in Eigenregie und ohne ein Joint Venture mit einem chinesischen Hersteller 2019 eine Fabrik auf.
Das Werk in Shanghai ist das produktivste von Tesla. Dabei beliefern laut chinesischen Medien 400 sogenannte Tier-1-Firmen Tesla. Damit sind Hersteller der „ersten Ebene“ gemeint, die wichtige Teile direkt an den Hersteller liefern. Von denen würden sich mehr als 60 auch in Teslas globale Lieferkette einbringen.
Die Abhängigkeit könnte auch erklären, warum sich Musk wiederholt für den Abbau von Zöllen eingesetzt hat. So sprach er vor wenigen Tagen in einer Videoschalte nach Italien von einer Freihandelszone mit Europa. Kurz danach veröffentlichte er ein Video auf seiner Plattform X, in dem der US-Nobelpreisträger Milton Friedman die Komplexität einer Lieferkette nur für einen Bleistift erklärte – und dass man sich besser nicht in „die Magie der Preissetzung“ einmischen sollte.
Erstpublikation: 16.04.2025, 15:10 Uhr.