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VW-Tochter Luca De Meo gibt seinen Posten als Seat-Chef auf

Der Automanager verzichtet auf den Seat-Chefposten und verlässt den VW-Konzern. Er wird als nächster Chef des französischen Mitbewerbers Renault gehandelt.
07.01.2020 Update: 07.01.2020 - 17:50 Uhr Kommentieren
Der Manager arbeitet seit 2009 für Volkswagen. Quelle: Reuters
Seat-CEO Luca De Meo

Der Manager arbeitet seit 2009 für Volkswagen.

(Foto: Reuters)

Düsseldorf Seat-Chef Luca de Meo gibt das Amt des Seat-Vorstandsvorsitzenden auf. Das bestätigte der Konzern an diesem Dienstag in Wolfsburg. „Luca de Meo ist auf eigenen Wunsch und in vollem gegenseitigen Einvernehmen von der Funktion des CEO von Seat abberufen worden“, sagte ein Sprecher. Der VW-Konzernvorstand hatte dem Rückzug in seiner Sitzung am Dienstag zugestimmt. Der Italiener hat insgesamt zehn Jahre für den VW-Konzern gearbeitet.

Der 52-jährige de Meo ist seit dem Herbst 2015 Vorstandschef bei Seat mit Sitz im katalanischen Martorell in der Nähe von Barcelona.

Zu den Zukunftsplänen des scheidenden Seat-Chefs äußerte sich der VW-Konzern nicht. In der Automobilbranche gilt es jedoch als sehr wahrscheinlich, dass der gebürtige Mailänder schon in wenigen Wochen zum französischen Renault-Konzern wechseln wird.

Renault sucht seit dem Herbst vergangenen Jahres nach einem neuen Konzernchef. Thierry Bolloré konnte sich nur zehn Monate auf diesem Posten halten. Nach der Verhaftung des damaligen Vorstandschefs Carlos Ghosn Ende November 2018 in Japan steckt Renault in einer Führungskrise. Der französische Autohersteller braucht einen neuen Chef, der insbesondere das aus dem Lot geratene Verhältnis zum japanischen Allianzpartner Nissan wieder gerade rückt.

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    Die Eigentümer von Renault, darunter auch der französische Staat, trauen insbesondere Luca de Meo zu, dass er das Unternehmen wieder nach vorne bringt. Schon vor dem Jahreswechsel galt er in Paris als der aussichtsreichste Kandidat für den vakanten Chefposten bei Renault.

    Kosmopolit und geübter Sanierer

    Als großer Vorzug von de Meo gilt seine kulturelle Offenheit. Er spricht mit Italienisch, Englisch, Deutsch, Französisch und Spanisch gleich eine Reihe von Sprachen. Diese Offenheit sollte ihm auch bei den anstehenden schwierigen Verhandlungen mit Nissan helfen.

    De Meo kennt auch viele verschiedene Automobilkonzerne von innen. Nach seinem Wirtschaftsstudium in Italien begann er seine automobile Karriere zunächst bei Renault. Er würde also jetzt zum Startpunkt seines Berufslebens als Unternehmenschef zurückkehren. Danach folgten Stationen bei Toyota Europa, Fiat und im VW-Konzern.

    Der Automanager begann zunächst bei der Marke VW, ging dann als Vertriebsvorstand zur Premiumtochter Audi nach Ingolstadt. Als nach dem Bekanntwerden des Dieselskandals im Herbst 2015 ein größeres Stühlerücken im gesamten VW-Konzern startete, wurde de Meo als neuer Seat-Chef nach Martorell geschickt.

    Innerhalb des Volkswagen-Konzerns sind in aller Regel nur positive Worte über de Meo zu hören. Seat war lange Jahre der größte Problemfall unter allen Pkw-Marken des Volkswagen-Konzerns. Erst unter de Meo gelang es, die spanische Tochter wieder aus den roten Zahlen zu holen. Dieser Erfolg wird de Meo in Wolfsburg besonders hoch angerechnet.

    De Meo hat die Wende bei Seat vor allem mit cleveren Marketing-Ideen geschafft. Dazu gehört auch die Neugründung der Sportwagen-Reihe Cupra innerhalb des Seat-Modellportfolios. Volkswagen denkt jetzt sogar darüber nach, daraus eine eigenständige Marke zu machen. Seat ist nicht besonders renditestark. Mit der sportlichen Cupra-Reihe lassen sich bedeutend bessere Renditen erreichen.

    Kooperativer als Diess

    Der scheidende Seat-Chef hätte auch im Volkswagen-Konzern bleiben können. „Er hatte darauf gesetzt, wieder zu Audi nach Ingolstadt zurückzukehren“, sagte ein Insider. Natürlich nicht mehr als einfacher Vorstand, sondern als Audi-Chef. Doch der Vorstandsvorsitzende Herbert Diess hat im VW-Konzern durchgesetzt, dass mit dem früheren BMW-Manager Markus Duesmann im kommenden April wieder ein Techniker an die Spitze rückt. Diess und de Meo passen zudem nicht unbedingt zueinander. „Er hat eine anderen Managementstil als Herbert Diess“, sagte der Insider und meinte damit vor allem die kooperative Seite des Italieners.

    Volkswagen legt de Meo jetzt keine Steine in den Weg und lässt ihn in Richtung Renault ziehen. Nach seinen sichtbaren Erfolgen bei Seat gönnen ihm die Wolfsburger den nächsten Karriereschritt beim französischen Autokonzern.

    Über die Nachfolge an der Seat-Spitze hat Volkswagen noch nicht entscheiden. „Das dürfte aber wieder jemand aus dem eigenen Konzern werden“, hieß es dazu in Wolfsburg. Die Aufgaben des Seat-Vorstandsvorsitzenden übernimmt bis auf weiteres in Personalunion Seat-Finanzvorstand Carsten Isensee.

    Mehr: Die Daimler-Aktionäre begehren auf: Dem Autobauer drohen 900 Millionen Euro Schadenersatz.

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