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Dow Jones, Nasdaq, S&P 500US-Börsen bleiben auf Erholungskurs – Dow schließt im Plus

Die Wall Street setzt ihre Rally weiter fort. Der Ausstieg von Bernie Sanders aus dem US-Vorwahlkampf sorgt für Erleichterung und treibt die Kurse weiter nach oben.Tom Körkemeier und Tobias Pastoors 08.04.2020 - 22:48 Uhr

Der Parketthandel ist wegen der Coronavirus-Pandemie ausgesetzt und auch auf der Wall Street ist wenig los.

Foto: Michael Nagle/Redux/laif

Düsseldorf. Den dritten Tag in Folge verzeichneten die US-Börsen am Mittwoch Gewinne. Neben der Hoffnung, dass das Schlimmste in der Corona-Pandemie in den Vereinigten Staaten bald überstanden ist, sorgte der Ausstieg des linksgerichteten Senators Bernie Sanders aus dem Vorwahlkampf der Demokraten für zusätzlichen Schub an den Aktienmärkten.

Der Index Dow Jones stieg um 3,4 Prozent auf 23.433 Punkte, der breiter gefasste S&P 500 legte 3,4 Prozent auf 2749 Zähler zu und der technologielastige Nasdaq Composite gewann 2,6 Prozent auf 8090 Punkte.

„Der Ausstieg von Sanders beseitigt das Restrisiko, dass einige seiner politischen Ideen umgesetzt werden“, sagte Ed Mills, Politologe von Raymond James dem Sender CNBC. Der nun wahrscheinliche Präsidentschaftskandidat der Demokraten, Ex-Vizepräsident Joe Biden, gilt als weniger radikal gegenüber Finanzmärkten und Konzernen. Sanders hatte unter anderem mit seiner Forderung nach einer Krankenversicherung für alle Bürger für Nervosität bei den privaten Versicherungskonzernen in den USA gesorgt.

Auch am Dienstag war der US-Aktienmarkt mit kräftigen Gewinnen gestartet – hatte dann jedoch die schärfste Trendwende seit dem 14. Oktober 2008 hingelegt. Die drei großen Indizes schlossen mit leichten Verlusten.

Die US-Aktien sind damit weiterhin in einem Bärenmarkt. Ein solcher ist erreicht, wenn die Kurse im Vergleich zum Höchststand um mehr als 20 Prozent gefallen sind. Drei der vier vergangenen Wochen haben die Indizes mit Verlusten beendet.

Für diese Woche stehen die Kurse nach der Rally am Montag allerdings bisher im Plus. Ein Grund dafür sind die positiven Signale aus Asien zur Coronavirus-Pandemie. In China gab es am Montag zum ersten Mal keine neuen Toten, das einstige Epizentrum der Pandemie, die Region Wuhan, ist nicht länger abgeschottet und sogar die Industrie läuft langsam wieder an.

In der letzten Märzwoche betrug der Umsatzrückgang auf dem chinesischen Automarkt gegenüber dem Vorjahreszeitraum nur noch 24 Prozent. Zum Vergleich: Im Februar waren die Verkäufe wegen des Coronavirus noch um 80 Prozent weggebrochen. Der chinesische Automarkt ist der größte der Welt.

Auch positive Signale aus den USA

Für die Entwicklung der Pandemie in den USA gibt es ebenfalls erste positive Signale: „Soweit wir sehen, gibt es eine Abflachung (der Kurve)“, sagte der Gouverneur des US-Bundesstaats New York, dem Zentrum der Pandemie in den USA. Die Zahl der Toten steigt aber zunächst weiter an: 731 Menschen sind allein in New York am Dienstag an COVID-19 verstorben, 1800 im gesamten Land – ein neuer Höchstwert. US-Präsident Donald Trump sagte, die Krise nähere sich ihrem Höhepunkt.

Eine Theorie der University of Washington geht zudem inzwischen von weniger Toten in den USA aus als bislang befürchtet. Bis zum 4. August werden nun etwa 60.000 Todesfälle vorausgesagt. Noch am Dienstag lag die Schätzung bei 82.000. Das Berechnungsmodell gehört zu einer Reihe von Studien, die vom US-Präsidialamt zitiert worden sind.

Neben der Entwicklung der Pandemie stehen für Anleger insbesondere auch die Gegenmaßnahmen im Fokus. In den USA diskutieren Demokraten und Republikaner über eine Aufstockung der Hilfsgelder. Ende März war bereits ein Konjunkturpaket im Volumen von rund 2,2 Billionen Dollar beschlossen worden. Die Regierung möchte nun weitere 250 Milliarden Dollar bereitstellen, die oppositionellen Demokraten fordern 500 Milliarden.

Analysten der US-Bank JP Morgan gehen davon aus, dass weitere Konjunkturpakete der Regierungen eine Voraussetzung für nachhaltige Aktienkäufe sind.

Blick auf andere Assetklassen

Der Nachfrage-Rückgang durch die Coronavirus-Pandemie setzt den Rohstoffmärkten heftig zu. Der Preis von Aluminium fällt um 1,4 Prozent auf ein Vier-Jahres-Tief. Das im Automobil- und Flugzeugbau verwendete Metall ist mit 1457,50 Dollar je Tonne so billig wie zuletzt vor gut vier Jahren. Der Preis für Kupfer verliert ähnlich stark und liegt bei 4964 Dollar je Tonne.

Unterdessen hofften Börsianer weiter, dass sich die Opec plus, zu der neben den Mitgliedern des Exportkartells weitere Förderländer wie Russland gehören, bei ihrem Treffen am Donnerstag auf eine deutliche Reduzierung der Fördermengen einigt.

Sollten die USA mit der Opec plus an einem Strang ziehen, könnte selbst eine relativ geringe Drosselung um zehn Millionen Barrel pro Tag dem Ölpreis kräftigen Schub verleihen, prognostiziert Naeem Aslam, Chef-Marktanalyst des Brokerhauses AvaTrade. „Ohne die USA an Bord würde selbst eine Reduzierung um 15 Millionen Barrel den Preis wohl nicht über 40 Dollar hieven.“

Am Mittwoch verteuerte sich die US-Ölsorte WTI um fast elf Prozent auf 26,16 Dollar je Barrel (159 Liter). Dies verhalf den Aktien der Ölkonzerne Exxon und Chevron zu Kursgewinnen von jeweils mehr als sechs Prozent. Die Papiere der Schieferöl-Förderer Marathon, Occidental und Apache rückten sogar bis zu 16 Prozent vor. Diese Gruppe würde von einer Förderbremse besonders stark profitieren, da sie wegen des aufwendigen Fracking-Verfahrens Experten zufolge erst ab einem Ölpreis von etwa 50 Dollar kostendeckend arbeitet.

Einzelwerte im Fokus

UPS und FedEx: Die Titel der beiden Konzerne verteuerten sich um bis zu sechs beziehungsweise mehr als acht Prozent. Auftrieb gab den Paketzustellern Börsianern zufolge die Ankündigung von Amazon, den eigenen Lieferdienst in den USA vorläufig einzustellen. Dem „Wall Street Journal“ zufolge will der Online-Händler die frei werdenden Ressourcen und Mitarbeiter dazu nutzen, den stark gestiegenen Bestellungen Herr zu werden.

American Express: Am Mittwoch gewann die Aktie des Finanzdienstleisters 5,1 Prozent. Damit setzte sie ihren positiven Trend fort: Am Montag ging es mehr als zehn Prozent aufwärts, am Dienstag dann erneut 3,8 Prozent.

Moleculin: Die Papiere verbuchten einen Rekord-Kurssprung von 150 Prozent auf 1,27 Dollar. Die Pharmafirma hatte ermutigende Testergebnisse für ein Corona-Medikament veröffentlicht. Fortschritte bei der Entwicklung eines Impfstoffs gegen den Erreger Covid-19 vermeldete Konkurrent Aker. Dessen Aktien stiegen in der Spitze um 22 auf 6,96 Dollar und lagen bei Handelsschluss noch bei 5,95 Dollar.

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McDonald's: Der Fast-Food-Konzern hat wegen der Corona-Pandemie einen heftigen Geschäftseinbruch erlitten. Im vergangenen Monat fielen die vergleichbaren Erlöse weltweit im Vergleich zum Vorjahreswert um gut 22 Prozent, wie McDonald's am Mittwoch in Chicago mitteilte. Die weltgrößte Burger-Kette erklärte aber ebenfalls, dass sie im ersten Quartal 6,5 Milliarden Dollar am Kapitalmarkt aufgenommen und zur Schonung ihrer Liquidität in der Coronakrise die Aktienrückkäufe ausgesetzt habe. Die Aktie kletterte 1,08 Prozent nach oben.

Mit Agenturmaterial

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