Wagniskapitalbranche: Die neuen deutschen Einhörner: Wo sie stark sind – und auf welche Start-ups Investoren in Zukunft setzen
- Ab einer Milliarde US-Dollar Firmenwert gilt ein Start-up als Einhorn. Immer mehr deutsche Unternehmen erreichen diese magische Zahl – besonders solche, die hochspezialisierte Digitalanwendungen für Firmenkunden anbieten. Doch woher kommt der plötzliche Boom dieser Geschäftsmodelle? Und warum ist ausgerechnet Deutschland darin so erfolgreich?
- Die Milliarden-Geschäftsmodelle in der Bundesrepublik sind vielfältig wie nie. Zu neuen Ideen für Konsumenten kommen mittlerweile innovative Software und echte Erfindungen wie Flugtaxen. Die aktuellen und künftigen Einhörner aus sechs Branchen im Überblick.
- Auch wenn Deutschland inzwischen aufholt: Einhörner gedeihen noch immer vor allem in den USA und zunehmend in China. Das Handelsblatt porträtiert die spannendsten Einhörner Amerikas – und stellt fünf in Europa weitgehend unbekannte Unternehmen aus China vor, in die gerade Milliarden an Kapital fließen.
- „Die Start-up-Erfahrung in Deutschland hat enorm zugenommen“, sagt Harry Nellis. Im Interview erklärt der Partner des amerikanischen Top-Investors Accel, warum sich US-Wagniskapitalgeber mehr denn je für deutsche Firmen interessieren. Auch Niklas Zennström, der mit Skype eines der ersten europäischen Einhörner gebaut hat, betont im Interview die Vorteile des deutschen Ökosystems für Investoren.
Der Informatiker Gero Decker ist ein Ausnahmetalent, aber sicher kein Hasardeur. Dass aus seiner Doktorarbeit innerhalb weniger Jahre die Geschäftsidee für ein Unternehmen werden würde, für das SAP fast eine Milliarde Euro zahlt, hätte Decker selbst wohl am wenigsten gedacht. Doch so kam es. Anfang des Jahres hat der wichtigste deutsche IT-Konzern Deckers Start-up Signavio für eine annähernd zehnstellige Summe gekauft. Mit der Signavio-Software sollen künftig die Firmenkunden von SAP ihre Abläufe im Unternehmen transparenter machen können.
Eine andere Art Gründer ist Dieter Büchel. Er ist älter als Decker, erfahrener in der Start-up-Szene, weniger technologiegetrieben. Büchel hat mal ziemlich erfolgreich Druckerpatronen über das Internet verkauft, dann Tierfutter. Schließlich begann er, Getränkekisten auszuliefern. Sein Unternehmen Flaschenpost ging vor wenigen Wochen ebenfalls für rund eine Milliarde Euro an das Familienunternehmen Oetker. Büchel hat auf die hohe Bewertung gezielt hingearbeitet. Hundert Briefe habe er an Risikokapitalgeber geschrieben, erzählte er einmal. Sie haben sich ausgezahlt.