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MesseKunst erwerben, ohne ein Millionär zu sein

Die Messe „Positions“ wird in Berlin Werke von über 400 internationalen Künstlern präsentieren. Nächste Woche kann man dort zeitgenössische Kunst kaufen, auch mit kleinerem Budget.Susanne Schreiber 02.09.2024 - 17:20 Uhr Artikel anhören
Jaeyun Moon malt Schicht um Schicht abstrakt und sorgt dann mit einem Reliefschnitt für tiefen Einblick (Ausschnitt). Foto: Galerie Imke Valentien, Stuttgart

Düsseldorf. Wenn kommende Woche 111 Galerien aus 24 Ländern auf dem ehemaligen Flughafen Tempelhof zeitgenössische Kunst anbieten, dann tun sie das als Ergänzung zum üppigen Programm der „Berlin Art Week“ in Galerien und Museen. Das Schöne an der überschaubaren elften Ausgabe der „Positions Berlin Art Fair“ ist, dass der Flaneur dort auf andere Aussteller trifft als auf der „Art Cologne“ oder der „Art Basel“. Und dass auch Sammlerinnen und Sammler mit nicht so großem Budget fündig werden können.

Die „Positions“ finden wieder in den weitläufigen Hangars 6 und 7 auf Berlins kleinstem Stadtflughafen statt. Der Länderschwerpunkt gilt diesmal Südkorea. Sechs Galerien reisen aus dem Land an, in dem die Kunst aktuell boomt und sich immer mehr westliche Galerien ein Standbein einrichten.

Zusätzlich stellen in „Spotlight on Southkorea“ vier junge Künstlerinnen aus Südkorea aus, die in Deutschland studiert haben und seither hier leben und arbeiten. Jaeyun Moon, Jeiryung Lee, Sol Namgung und Suah Im.

Viel abstrakte Malerei entsteht durch fortgesetztes Auftragen und Wegwischen von Farbe. So arbeitet auch Jaeyun Moon. Doch sie gewährt Einblicke in die unteren Schichten, wenn sie mit dem Schnitzmesser feine Schnitte ausführt. Jede Furche in der Farbe gibt nicht nur einen Einblick, sondern ermöglicht auch einen Rückblick, wie eine Narbe, die beim näheren Betrachten ganz persönliche Geschichten erzählt. Die Galeristin Imke Valentien bietet Moons Arbeiten zu Preisen zwischen 1400 und 5200 Euro an.

Zahlreiche künstlerische Positionen leuchten das Verhältnis von Mensch und Natur, von Individuum und Welt aus. Mit Humor verorten sich Künstlerinnen in der Welt, in einem bestimmten klimatischen, patriarchalen und kapitalistischen Zustand. Der Peruanerin Carolina Bazo gelingen starke Bildfindungen.

Carolina Bazo performt und lässt ihre Galerie Fotokunstwerke davon verkaufen. In „Resilienta 5“ geht es um das Klima und das individuelle Überleben. Foto: Galerie O Art Project, Lima

Bazo steht in einem Fotokunstwerk in einer ausgedörrten, bergigen Landschaft hinter einem blattlosen Baum. Die Betrachterin sieht sie vor allem, weil die Performerin durch ein lackrotes Zackengebilde blickt und rote Flüssigkeit durch einen langen Schlauch einsaugt. Geht so Überleben in Zeiten des Klimawandels? Zu finden ist das Foto „Resilienta 5“ am Stand der Galerie O Art Project aus Lima.

Zu sehen und zu entdecken ist vor allem zeitgenössische Kunst in allen Facetten. Doch die Statuten der Messe lassen vereinzelt auch ein älteres Werk zu. So hat sich der Berliner Galerist Boris Brockstedt dazu entschieden, neben figurativer Malerei von Johannes Grützke und anspielungsreichen Zeichnungen von Horst Janssen auch ein Bild von Rudolf Jahns  aus dem Kreis der Abstrakten aus Hannover zu zeigen.

Rudolf Jahns (1896–1983) gilt als „romantischer Konstruktivist“. Sein in der Literatur gut dokumentierter „Akt mit Bäumen“ mit bester Provenienz besticht mit einer kühnen Komposition. Dabei löst der Künstler die menschliche Figur – wie im Kubismus üblich – in geometrische Elemente auf und verspannt sie zwischen zwei dünnen Baumstämmen. Für das auch koloristisch reizvolle Gemälde aus dem Jahr 1923 erwartet Brockstedt 320.000 Euro.

Das ist natürlich viel mehr, als für die meisten Werke der zeitgenössischen Kunst auf dem ehemaligen Flughafen Tempelhof aufgerufen wird. Doch Boris Brockstedt „zieht den Klassiker bewusst mit heran, um dem Publikum einen Qualitätsmaßstab zu bieten, an dem es die Kunstwerke von heute messen kann“, wie er dem Handelsblatt sagt.

Ergänzt werden die „Positions“ um die „Fashion Positions“ mit 20 Berliner Modedesignerinnen und -designern. In der Abteilung „Academy Positions“ präsentieren sich 24 Kunstschaffende von deutschen Kunsthochschulen.

Wer den Einstieg in Kryptokunst sucht, darf „Selected und NFT Positions“ nicht verpassen. Auch wenn der Hype um NFT-Kunst momentan erst mal vorbei ist, Technik und Medium reizen viele Künstler immer noch. Ein Messerundgang dient schließlich immer auch der Augenschulung und der Erweiterung von persönlicher Kenntnis.

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Südkorea

Positions Berlin Art Fair
12. bis 15. September 2024
Flughafen Tempelhof

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