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Morning Briefing Elon Musks Bitcoin-Coup

08.02.2021 - 06:00 Uhr Kommentieren

Guten Morgen liebe Leserinnen und Leser,

Es ist ein Akt gegen das Geld-Gewaltmonopol der Notenbanken. Über eine eigene Kryptowährung fachsimpeln Zentralbanker zwar schon mal, aber das Genre ist ihnen zu windig. Anders sieht es beim spekulationsfreudigen Elon Musk aus, Chef des Spekulanten-Darlings Tesla. Der hält Bitcoin im Vergleich zu den massiven Interventionen der staatlichen Geldpolitiker für „solide“. Und so investiert der US-Elektrobauer nun 1,5 Milliarden Dollar – zehn Prozent der Cash-Reserven – in die digitale Veteranen-Valuta.

Quelle: dpa
Elon Musk: Der Tesla-Chef gilt schon lange als Krypto-Fan.

Der Kurs explodierte um 18 Prozent auf über 46.000 Dollar, auch weil Tesla bald Bitcoin-Zahlungen akzeptieren will. Kritiker glauben, Musk hole sich mit der Jojo-Währung Risiken in die Bilanz. Die Bitcoin-Fans aber sagen, nun sei der Flug in die Stratosphäre des Geldes nicht mehr zu stoppen.

Wenn es so etwas gibt wie den Ruf: „Verschwörer aller Welt, vereinigt euch!“, dann ist der Social-Media-Kanal Telegram Profiteur davon. Nach einer von Bundesjustizministerin Christine Lambrecht in Auftrag gegebenen Studie erklären 24 Prozent der Befragten, dass sie in diversen Messenger-Diensten auf Fake News und Hassreden gestoßen sind. Donald Trump ist dort ein Held, wie es einst Fidel Castro für die Linken war. Zum heutigen „Safer Internet Day“ kündigt das Ministerium eine härtere Regulierung an. Details erklärt Staatssekretär Christian Kastrop im Handelsblatt:

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    • „Hassrede belastet nicht nur das Vertrauen in die digitale Kommunikation, sie kann auch das Fundament unserer Demokratie und Gemeinschaft angreifen.“
    • „Digitale Brandstifter müssen entschieden zur Rechenschaft gezogen werden, um Bürgerinnen und Bürger zu schützen.“
    • „Wir dürfen nicht zulassen, dass ungebremst strafbare Hasskommentare oder Aufrufe zur Gewalt über solche Kanäle kundgetan werden.“

    Das Böse setzt sich vor allem in geschlossenen Chatgruppen fest. Experten haben dafür einen Namen gefunden: „Dark Social“. Mit Schiller ahnen wir: „Wehe, wenn sie losgelassen.“

    Wenn Sie wissen wollen, wie sich Peter Altmaier im Spiegellabyrinth der Wirtschaft verirrt, müssen Sie auf die Chipindustrie achten. Der gerade erst wegen verspäteter Corona-Hilfen arg zerzauste Minister hat hier, wie gewohnt, große Pläne und will Investitionen in Höhe von 50 Milliarden Euro mobilisieren.

    Doch dann tritt man hinaus aus dem Labyrinth und stellt fest, dass ein asiatischer oder amerikanischer Rivale nach dem anderen heimische Player aufkauft. Globalwafers aus Taiwan will Siltronic aus München für 4,3 Milliarden Euro übernehmen, der US-Riese Nvidia bietet 40 Milliarden Dollar für den Chipdesigner Arm aus Großbritannien.

    Und nun wird auch noch bekannt, dass Japans Chiphersteller Renesas den deutsch-britischen Apple-Zulieferer Dialog Semiconductor für 4,9 Milliarden Euro schluckt. Wie sagt es Experte Jan-Peter Kleinhans von der Stiftung Neue Verantwortung so schön: „Die Kluft zwischen dem politischen Narrativ und der Realität in der Industrie könnte nicht größer sein.“

    Quelle: Reuters
    Gesundheitsminister Jens Spahn einigte sich mit Google darauf, das neue Internetportal gesund.bund.de prominent zu zeigen.

    Seit längerem bemüht sich die Politik in Berlin und Brüssel, die Macht des Quasi-Monopolisten Google einzudämmen. Dass es auch anders geht, zeigt Jens Spahn mit seinem Bundesgesundheitsministerium. Er kam mit dem US-Suchmaschinenkonzern überein, das neue Internetportal gesund.bund.de (Etat: 4,5 Millionen Euro) privilegiert und prominent in einer „Knowledge Box“ zeigen zu lassen. Gegen den Pakt der Mächtigen klagen die Verlage Burda (mit Netdoktor.de) und Wort & Bild (mit „Apotheken-Umschau“) unter anderem wegen Verletzung der Pressefreiheit und Marktmissbrauch.

    Morgen bereits urteilt das Landgericht München I in einem Eilrechtsschutzverfahren, angestrengt von Burda. Der Sicht von Spahn und Google, dass sie dem Verbraucher einfach nur bessere Informationen liefern, mag auch die Landesmedienanstalt Hamburg/Schleswig-Holstein nicht folgen. Sie sieht einen Anfangsverdacht wegen Diskriminierung privater Angebote und prüft, ob der neue Medienstaatsvertrag verletzt ist. Dass der Staat beim Thema Corona irgendwelchen Verschwörungstheoretikern Sachliches entgegenhalten will, sei noch nachvollziehbar, sagte mir Anstaltschef Thomas Fuchs – „aber das kann ja nicht für Asthma, Durchfall oder Magenschmerzen gelten“.

    Auch Tirol lockert seit gestern die Corona-Restriktionen, so wie es ganz Österreich handhabt. Allerdings sind da die vielen Fälle der Corona-Mutation B.1.351, die schon fast dreihundertmal in dem Bundesland nachgewiesen wurde. Und so verhängt die Regierung in Wien nun eine Reisewarnung für Tirol, das „Sündenbeispiel Ischgl“ wirkt nach.

    Bayern will den Grenzverkehr „auf das notwendigste Maß reduzieren“, kündigt der bayerische Gesundheitsminister Klaus Holetschek an – was für den Tiroler Wirtschaftskammerpräsidenten Christoph Walser nur eine von vielen deutschen Unverschämtheiten ist: „Wenn keiner einreisen soll in Tirol, muss man die Frage stellen, ob der Transitverkehr nicht durch andere Länder als Tirol laufen soll.“ Schweiz oder Steiermark böten sich an – oder vielleicht gleich Ungarn.

    Für den deutschen Corona-Gipfel am morgigen Mittwoch zeigt sich, dass Angela Merkel und die Länderchefs den Lockdown bis Ende Februar verlängern wollen. Allerdings soll wohl eine Öffnungsstrategie für Schulen und Kitas festgelegt werden. Anfang März könnte es so weit sein. Es stören nur die vielen Mutanten. In der CDU-Präsidiumssitzung wurde die Kanzlerin deutlich: „Ich vermute, dass 20 Prozent aller Corona-Infektionen aktuell auf die Mutationen zurückzuführen sind.“

    Der FC Bayern München hatte Glück, dass die Insolvenz des Betrugskonzerns Wirecard knapp eine vereinbarte Partnerschaft verhinderte. Sieben Millionen Euro wollte das Dax-Unternehmen dem FCB für drei Jahre zahlen. Quelle: dpa
    Der FC Bayern München hatte Glück, dass die Insolvenz des Betrugskonzerns Wirecard knapp eine vereinbarte Partnerschaft verhinderte. Sieben Millionen Euro wollte das Dax-Unternehmen dem FCB für drei Jahre zahlen.

    Der FC Bayern München hatte Glück, dass die Insolvenz des Betrugskonzerns Wirecard knapp eine vereinbarte Partnerschaft verhinderte. Sieben Millionen Euro wollte das Dax-Unternehmen dem FCB für drei Jahre zahlen.

    (Foto: dpa)

    Und dann ist da noch der FC Bayern München, der gestern im katarischen Doha mit einem Sieg ins Finale der von der Kapitalsammelstelle Fifa organisierten Klub-WM kam. Von Folgen der verzögerten Anreise – am Freitag hatte der Berliner Flughafen wegen des Nachtflugverbots im letzten Moment gepatzt – war nichts zu spüren. Glück hatte der Fußballrekordmeister auch im Juni 2020, als die Insolvenz des Betrugskonzerns Wirecard knapp eine vereinbarte Partnerschaft verhinderte.

    Sieben Millionen Euro wollte das Dax-Unternehmen dem FCB für drei Jahre zahlen, fanden WDR, NDR und „Süddeutsche Zeitung“ heraus. Man freue sich auf die „Partnerschaft mit Wirecard“, schrieb FCB-Vorstand Jörg Wacker noch am 10. Juni – acht Tage später verweigerten die Wirtschaftsprüfer der Finanzfirma das Testat. Wie schrieb Insolvenzverwalter Michael Jaffé so schön: Bei Wirecard sei schlechter Presse „stets durch neue Erfolgsmeldungen, phasenweise im Tages- und Wochenrhythmus“, begegnet worden. Ein Champion hätte den Falschspielern von Aschheim gutgetan.

    Ich wünsche Ihnen einen Tag mit wertvollen Partnerschaften.

    Es grüßt Sie herzlich

    Ihr

    Hans-Jürgen Jakobs
    Senior Editor

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