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Morning Briefing Larry Summers warnt vor Inflation

19.05.2021 - 06:00 Uhr Kommentieren

Guten Morgen liebe Leserinnen und Leser,

Geopolitik ist das Strategiespiel der Stunde. Dabei haben die USA offenbar eingesehen, dass der Einsame nicht der Stärkste ist und man Partner braucht. Jedenfalls kann man das jüngste Manöver des US-Präsidenten Joe Biden als Freundschaftsdienst an Deutschland sehen: Danach werden die Sanktionen gegen die Gasprom-Tochter Nord Stream 2 und deren Chef Matthias Warnig „aus nationalem Interesse“ ausgesetzt, heißt es nach einem Bericht des Onlinedienstes Axios.

Die Erdgas-Pipeline aus Russland – Geschäftszweck von Nord Stream 2 – ist zu 95 Prozent fertiggestellt. Näheres dürfte heute und morgen auf dem „Arktis-Gipfel“ besprochen werden: Dort trifft US-Außenminister Antony Blinken auf seinen russischen Kollegen Sergej Lawrow.

Quelle: Reuters
Larry Summers weist auf die Inflationsgefahr durch die lockere US-Geldpolitik hin.

In den USA führt Ex-Finanzminister Lawrence „Larry“ Summers eine Dauerkampagne gegen die Inflationsgefahr. Harsch kritisiert er die US-Notenbank Federal Reserve für ihre unverändert lockere Geldpolitik. Sie sorge für eine „gefährliche Selbstgefälligkeit“ in den Finanzmärkten, sagte Summers auf einer von der Federal Reserve Bank of Atlanta veranstalteten Konferenz. Die Verbraucherpreise stiegen in den USA zuletzt um 4,2 Prozent. Mit seinem Auftritt steigert der Harvard-Ökonom und Demokrat noch einmal seine Kritik an den Ausgabenprogrammen des Parteikollegen Joe Biden und an den Niedrigzinsen.

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    Irgendwann müsste die Geldpolitik korrigiert werden und das würde dann Schäden verursachen, so Summers, der schon Bill Clinton und Barack Obama beraten hat. Die größten Risiken heutzutage seien ökonomische Überhitzung, Inflation der Vermögenspreise und Schuldenexzesse, referiert der Ex-Minister. Was Summers derzeit treibt, ist als „Friendly Fire“ bestens bekannt.

    Eines der größten Ärgernisse sind multinationale Konzerne, die sich über interne Geschäftsverlagerungen nach Wunsch arm rechnen und so den Fiskus weitgehend vermeiden. Dagegen haben die USA jüngst eine Mindeststeuer von 21 Prozent für Unternehmen ins Spiel gebracht.

    Nun kündigt EU-Währungskommissar Paolo Gentiloni ähnliche Vorschläge für Europa an. „Ich denke, dass wir nicht weit entfernt vom Vorschlag der Amerikaner liegen werden“, sagt er im Interview mit dem Handelsblatt und der französischen Zeitung „Les Echos“. Noch für den Sommer rechnet der Italiener mit einem internationalen Steuerkonsens: „Wir haben die Möglichkeit, im Juli in Venedig eine politische Einigung unter den G20-Staaten zu erzielen.

    Grafik

    Wenig Gebühren, viel Gewinn dank Aktienboom: Börsennotierte Indexfonds (ETF) sind seit einiger Zeit der Superstar der Geldanlage. Dementsprechend heißt es bei den Anbietern: fressen oder gefressen werden. In Europa pumpt sich hinter US-Vermögensverwalter Blackrock, der auf 45 Prozent Marktanteil kommt, Amundi aus Paris als Nummer zwei auf. Noch-Chef Yves Perrier hat vor Wochen den Kauf von Lyxor verkündet, bei Genehmigung des Geschäfts würden die Franzosen insgesamt rund 155 Milliarden Euro Vermögen verwalten.

    Mittlerweile schauen sich auch die Rivalen nach Beute um: Deutsche-Bank-Tochter DWS will einen Vermögensverwalter kaufen, die Schweizer Großbank UBS redet angeblich mit State Street aus den USA über eine Ehe ihrer Asset-Management-Abteilungen. Und schließlich drängt auch die US-Firma Vanguard nach Europa – Gründer John C. Bogle hatte das Modell der Indexfonds einst erfunden.

    Gestern kam es zu einer Premiere im Düsseldorfer Handelsblatt-Haus. Erstmals tagte der neue Herausgeberbeirat, der die Chefredaktion in Fragen von wichtigen technologischen und gesamtwirtschaftlichen Trends berät. „Ich freue mich sehr, dass wir für die Aufgabe so prominente Persönlichkeiten gewinnen konnten“, sagte Chefredakteur Sebastian Matthes.

    Katharina Borchert (l. oben), Josef Joffe (l. unten), Bert Rürup (Mitte), Katharina Anna Zweig (r. oben) und Hans-Jürgen Jakobs (r. unten) werden die Handelsblatt-Chefredaktion beraten. Fotos: David Maupile, Espen Eichhöfer/OSTKREUZ, PublicAd, Mozilla, Frank Beer für Handelsblatt
    Der neue Beirat

    Katharina Borchert (l. oben), Josef Joffe (l. unten), Bert Rürup (Mitte), Katharina Anna Zweig (r. oben) und Hans-Jürgen Jakobs (r. unten) werden die Handelsblatt-Chefredaktion beraten.

    Fotos: David Maupile, Espen Eichhöfer/OSTKREUZ, PublicAd, Mozilla, Frank Beer für Handelsblatt

    Zum Beirat gehören Katharina Borchert, zuletzt Chief Innovation Officer von Mozilla, der „Zeit“-Herausgeber und Autor Josef Joffe, die Bioinformatikerin Katharina Anna Zweig, Universitätsprofessorin der TU Kaiserlautern, Handelsblatt-Chefökonom Professor Bert Rürup als Vorsitzender des Beirats sowie der Autor dieses Weckdienstes. In digitalen Zeiten ist es nicht so einfach wie einst bei Kollege Mark Twain: „Schreiben ist leicht, man muss nur die falschen Worte weglassen.“

    Wasserstoff gilt als sauberer Energieträger der Zukunft. Konzerne wie Siemens Energy, Airbus, RWE und Thyssen-Krupp drängen auf den Markt. Um diese Schlüsselenergie geht es in der kommenden Woche bei der digitalen Premiere des Handelsblatt Wasserstoff-Gipfels: Zwei Tage lang sprechen wir über das „neue Öl“.

    Zu den Gästen gehören unter anderem BASF-Chef Martin Brudermüller, der Ex-Rennfahrer und Greentech-Investor Nico Rosberg sowie Kerstin Andreae, Chefin des Bundesverbands der Energie und Wasserwirtschaft. Wenn Sie am 26. und 27. Mai dabei sein möchten, können Sie mit dem Code 76D2100268H2O an der Verlosung von Gast-Tickets teilnehmen. Hier geht es zur Anmeldung.

    Quelle: Reuters, Legacy Landscapes Fund, Montage
    Dr. Gerd Müller ist Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Stefanie Lang ist Direktorin des an diesem Mittwoch offiziell startenden Weltnaturerbe-Fonds (Legacy Landscapes Fund).
    (Foto: Reuters, Legacy Landscapes Fund, Montage)

    An diesem Mittwoch startet das Bundesentwicklungsministerium unter Gerd Müller zusammen mit internationalen Partnern den „Weltnaturerbe-Fonds“, den die langjährige WWF-Managerin Stefanie Lang als Direktorin leitet. Ziel ist es, für mindestens 30 der wichtigsten Naturschutzgebiete in Afrika, Asien und Lateinamerika eine dauerhafte Grundfinanzierung zu sichern.

    Deutschland gibt zum Start 100 Millionen Dollar, bis 2030 ist jedoch ein Kapitalstock von mindesten einer Milliarde nötig, damit die versprochene „Ewigkeitsfinanzierung“ klappt. Mit dieser Initiative will CSU-Politiker Müller drei Krisen gleichzeitig bekämpfen, wie er und Fondschefin Lang schreiben: „Wir müssen den massiven Verlust an Biodiversität stoppen, den Klimawandel und dessen Folgen abmildern sowie Corona eindämmen und künftigen Pandemien vorbeugen.“ Auch bei diesem Projekt gilt ein Winston-Churchill-Spruch: „Die Kunst ist, einmal mehr aufzustehen, als man umgeworfen wird.“

    Und dann ist da noch das Hollywood-Studio Metro-Goldwyn-Mayer (MGM), bekannt für seine „James-Bond“-Filme. Es wird nun womöglich vom Hedgefonds Anchorage Capital für neun Milliarden Dollar zum Alles-Käufer-und-Verkäufer Amazon gelockt. Dessen Streaming-Dienst „Prime Video“ hat aktuell 200 Millionen Abonnenten, die nach populären Stoffen verlangen. Im Oktober lockt die Premiere des Bond-Films „Keine Zeit zu sterben“, dessen Start pandemiebedingt immer wieder verschoben wurde.

    Schon für Rechte an Filmen wie „Der Prinz aus Zamunda 2“ hatte Amazon viel Geld bezahlt. MGM wäre nun der zweitgrößte Erwerb nach dem Lebensmittelhändler Whole Foods. Im Größenrausch scheint nicht zu stören, dass MGM mit seiner Bibliothek von 4000 Werken von Apple offenkundig mit nur knapp sechs Milliarden Dollar bewertet wurde.

    Ich wünsche Ihnen einen produktiven Tag.

    Es grüßt Sie herzlich
    Ihr
    Hans-Jürgen Jakobs
    Senior Editor

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