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Autobauer „Dieses Unternehmen wird sich radikal ändern“ – Daimler-CEO Källenius verspricht Besserung

Ola Källenius hat erstmals die Daimler-Bilanz vorgelegt: Der Gewinn des Autokonzerns ist noch weiter abgesackt. Doch der Manager gibt sich kämpferisch.
11.02.2020 - 17:59 Uhr 2 Kommentare
Daimler: Ola Källenius verspricht Besserung nach Gewinneinbruch Quelle: dpa
Daimler-Chef Ola Källenius

„Wir werden die finanzielle Gesundheit des Konzerns wiederherstellen.“

(Foto: dpa)

Stuttgart Daimler steckt in einer tiefen Krise. Wegen überbordender Kosten ist der Gewinn des Autobauers im vergangenen Jahr um fast zwei Drittel auf 2,7 Milliarden Euro eingebrochen, die Nettoliquidität verringerte sich um 5,3 Milliarden Euro, und der Ausblick ist mau. Die Rendite in der Kernsparte Mercedes hat sich von 7,8 auf 3,6 Prozent mehr als halbiert.

Mit seinen Vans fuhr Daimler sogar einen Verlust von fast 3,1 Milliarden Euro ein. Und trotz eines Rekordumsatzes von 173 Milliarden Euro generierten die Stuttgarter lediglich einen Free Cashflow von rund 1,4 Milliarden Euro.

„Der Trend bei Daimler ist wirklich besorgniserregend. Ein Massenhersteller und chronischer Underperformer wie Opel hat 2019 wahrscheinlich eine deutlich bessere Rendite erwirtschaftet als Mercedes. Das ist inakzeptabel“, rügt Jürgen Pieper. Der erfahrene Autoanalyst vom Bankhaus Metzler stellt klar: „Die Schonfrist des neuen Vorstands geht zu Ende.“

Daimler-Chef Ola Källenius, der im Mai 2019 die Führung des Dax-Konzerns von Langzeitchef Dieter Zetsche übernommen hat, müsse nun endlich liefern und die Kosten massiv reduzieren, fordert Pieper: „Noch eine Gewinnwarnung kann sich Källenius kaum noch leisten.“

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    Der Angesprochene weiß, dass das Vertrauen und die Geduld des Kapitalmarkts allmählich aufgezehrt sind, und verspricht Besserung. „Dieses Unternehmen wird sich radikal ändern“, kündigte Källenius im Gespräch mit Investoren und Analysten an. „Wir werden die finanzielle Gesundheit des Konzerns wiederherstellen.“ Die Ergebnisse seien nicht zufriedenstellend und würden „diesem stolzen Unternehmen nicht gerecht“, sagte Källenius.

    Der 50-Jährige will mit seinem Team „rund um die Uhr arbeiten“, um die Kosten zu senken und die Gewinne zu steigern. Die Bilanz 2019 markiere einen „Wendepunkt“, der Boden sei nun erreicht, erklärte Källenius. Er habe umfassende Maßnahmen zur Kostensenkung eingeleitet. Die ersten positiven Effekte sollen dieses Jahr bereits sichtbar werden.

    Gleichzeitig bat Källenius um Geduld. Einige Sparvorhaben würden sich nicht von heute auf morgen umsetzen lassen. „Es gibt hier keine schnellen Lösungen“, sagte der Mercedes-Frontmann. Der Schwede macht sich eigenen Angaben zufolge „keine Illusionen“, die nächsten drei Jahre würden „tough“. Wie hart die Zeiten sind, bekommen Beschäftigte und Aktionäre der Schwaben bereits jetzt zu spüren.

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    Källenius will mehr als 1,4 Milliarden Euro beim Personal einsparen. Daimler dürfte bis zu 15.000 der fast 300.000 Stellen streichen. „Ziel ist ein weltweiter sozial verträglicher Abbau von Arbeitsplätzen inklusive der Reduzierung von Führungspositionen“, erläuterte der Konzern, ohne konkrete Zahlen zu nennen.

    Die Restrukturierung beim Personal verursacht aber zunächst Kosten. Finanzchef Harald Wilhelm bezifferte die Aufwendungen, die für Frühpensionierungen, Altersteilzeit und Abfindungen fällig werden, auf rund zwei Milliarden Euro.

    Direkt ergebniswirksam ist dagegen eine andere Maßnahme. Daimler kürzt den Mitarbeitern die Prämie drastisch. Sie fällt von 4965 Euro auf nur noch 597 Euro. Zugleich zahlen die Stuttgarter an ihre rund 130.000 anspruchsberechtigten Tarifmitarbeiter in Deutschland einen einmaligen Anerkennungsbonus von 500 Euro.

    Selbst wenn man diese Einmalzahlung mitberücksichtigt, schrumpft die Ergebnisbeteiligung für die Beschäftigten aber um fast 80 Prozent. Auch die Aktionäre müssen sich bescheiden. Der Daimler-Vorstand schlägt seinen Anteilseignern nur noch eine Dividende von 0,90 Euro pro Aktie vor.

    Zum Vergleich: Für 2018 schüttete Daimler noch 3,25 Euro pro Aktie an seine Aktionäre aus. Damit schrumpft die Dividende bei Daimler dieses Jahr auf das niedrigste Niveau seit der Finanzkrise vor mehr als einer Dekade.

    Daimler verspricht Elektro-Offensive
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    2 Kommentare zu "Autobauer: „Dieses Unternehmen wird sich radikal ändern“ – Daimler-CEO Källenius verspricht Besserung"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Danke an unseren Kumpel Dieter.....war gut vorbereitet :-(

    • Hallo Herr Hubik, wenn Sie den unerfreulichen Rückgang der Netto-Liquidität so stark hervorheben, wäre es aber auch fair anzumerken, dass der Gesamtrückgang von 5,3 Mrd. mit rund 3,2 Mrd durch rein methodische Effekte (Stichwort IFRS 16) verursacht wurde. Dann ist es immer noch keine gute Entwicklung, aber doch wesentlich besser zu verstehen.

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