1. Startseite
  2. Unternehmen
  3. Industrie
  4. So wollen die Autohersteller aus dem Verbrenner aussteigen

AutoindustrieSo wollen die Autohersteller aus dem Verbrenner aussteigen

Die EU wird den Verkauf von Neuwagen mit Verbrennungsmotor wohl ab 2035 verbieten. Die Elektrifizierungspläne der Autobauer in der Übersicht.Omar Zeroual 09.06.2022 - 19:45 Uhr Artikel anhören

Volkswagen investiert stark in die Produktion von vollelektrischen Fahrzeugen.

Foto: Reuters

Düsseldorf. Das EU-Parlament hat sich am Mittwoch für ein Aus von Autos mit Verbrennungsmotor ab dem Jahr 2035 entschieden. Autohersteller dürfen danach nur noch Wagen auf den Markt bringen, die keine klimaschädlichen Treibhausgase ausstoßen. Bevor das Gesetz in Kraft treten kann, müssen zwar noch die EU-Mitgliedsländer zustimmen, das gilt jedoch als wahrscheinlich.

Die Straßburger Entscheidung setzt die Autohersteller unter Druck. Das kommende Verkaufsverbot neuer Benzin- oder Dieselautos zwingt sie zu einer Komplett-Elektrifizierung innerhalb von 13 Jahren. Die Unternehmen müssen schnell batterieelektrische und wasserstoffgetriebene Alternativen zur Marktreife bringen.

Hersteller wie Ford oder Volvo wollen bereits vor 2035 keine Autos mit Verbrennungsmotor mehr produzieren, Toyota und BMW bleiben vorerst bei ihrer Strategie der vielen Antriebe. Ein Überblick:

Volkswagen

Der Volkswagen-Konzern hat sich nicht konkret festgelegt, wann er auf Verbrennungsmotoren verzichten will. Begründet wird dies mit den unterschiedlichen Regulierungen weltweit. Die EU-Vorgabe für 2035 hält Volkswagen für ein ambitioniertes, aber erreichbares Ziel. Der Konzern investiert kräftig in die Entwicklung und Produktion von E-Modellen.

Audi

Ende August 2021 stellte Audi die neue Strategie „Vorsprung 2030“ vor. Damit legte sich die VW-Tochter auch auf einen Zeitpunkt für den Abschied vom Verbrennungsmotor fest. „Wir stellen unser Produktangebot so konsequent wie kein anderer etablierter Anbieter in allen Kernsegmenten auf Elektroautos um“, erklärte damals Audi-Chef Markus Duesmann. Audi will ab 2026 nur noch rein elektrische Modelle neu auf den Markt bringen. Mit der Produktion von Autos mit Verbrennungsmotor soll dann ab 2033 endgültig Schluss sein – zwei Jahre vor der offiziellen Vorgabe der EU.

Bentley

Neben Audi hat auch die Luxustochter Bentley bereits ein Ablaufdatum für den Verbrennungsmotor beschlossen. Ab 2030 sollen die britischen Edelfahrzeuge ausschließlich elektrisch fahren. Dabei hat Bentley noch gar kein E-Auto im Angebot – 2025 soll das erste Modell vorgestellt werden.

Das einzige vollelektrische Auto von Ford stammt aus Mexiko. Ab 2023 soll ein weiteres Modell in Europa produziert werden.

Foto: AP

Ford

Vergangenes Jahr kündigte Ford Europa den Ausstieg aus dem Verbrennungsmotor an. „Im Jahr 2030 wird es bei Pkw ausschließlich rein batterieelektrische Fahrzeuge geben“, sagte der Europachef von Ford, Stuart Rowley, vergangenes Jahr. Dazu investiert die US-Muttergesellschaft kräftig in den Produktionsstandort Köln. Dort beginnt Anfang 2023 die Produktion des ersten rein europäischen Elektromodells von Ford.

In den USA hat Ford Anfang 2022 seine Konzernstruktur umgebaut, um der wachsenden Bedeutung der Elektromobilität Rechnung zu tragen. So wurde das Autogeschäft in zwei operative Einheiten aufgespalten: „Ford Model e“ steht seitdem für den Elektrobereich. „Ford Blue“ hingegen widmet sich den Autos mit Verbrennungsmotor.

Mercedes-Benz

Mercedes-Benz will ab 2030 nur noch vollelektrische Fahrzeuge anbieten, wo der Markt das zulässt. In Europa wird das zutreffen. Deshalb investiert der Automobilhersteller stark in E-Mobilität: Alle neuen Modelle sollen bereits ab 2025 ausschließlich elektrisch angetrieben werden.

Darüber hinaus will Mercedes-Benz spätestens 2039 CO2-neutral sein. Dann sollen die Rohstoff-Förderung, die Produktion wie auch die Nutzung der Fahrzeuge emissionsfrei sein. Konzernchef Ola Källenius ließ aber bereits durchblicken, dass man dieses Ziel schon vorher realisieren könne. Je nach Szenario wäre Mercedes bereits Anfang, spätestens Mitte des kommenden Jahrzehnts vollständig elektrifiziert.

Bei der Kleinwagenmarke Smart hat der Konzern den Wandel schon vollzogen. Die Kleinstautos sind bereits heute nur noch elektrisch erhältlich, mit dem Smart #1 plant die Marke darüber hinaus ein elektrisches SUV.

BMW

BMW-Chef Oliver Zipse warnte zuletzt davor, ausschließlich auf batterieelektrische Fahrzeuge zu setzen. Auch Verbrennungsmotoren hätten ihre Berechtigung. Bislang gibt BMW kein konkretes Ausstiegsdatum für den Verbrenner an – trotz Kritik einiger Aktionäre.

Bislang baut BMW seine Elektromodelle auf einer Produktionslinie mit den Verbrennermodellen. Die neue Elektroplattform, die intern als „Neue Klasse“ bezeichnet wird, ist für das Jahr 2025 geplant. Bis 2030 soll dann mindestens die Hälfte aller verkauften Neuwagen weltweit einen reinen Elektroantrieb haben.

Ambitionierter ist BMW bei seinen Tochterunternehmen Mini und Rolls-Royce. Bis 2030 sollen die Kleinwagen sowie die Luxuslimousinen aus Großbritannien rein elektrisch angetrieben werden. Dies passe besser zu den Ansprüchen der Kunden an die jeweiligen Marken, betont BMW.

Stellantis

Der italienisch-französische Autokonzern will in Europa ab 2030 nur noch batterieelektrische Fahrzeuge verkaufen. Bereits etwas früher wird sich das Tochterunternehmen Opel von Benzin und Diesel verabschieden. In Europa soll die deutsche Marke bereits 2028 völlig elektrisch unterwegs sein. Mit dem Elektroautoangebot wollen die Rüsselsheimer auf dem global wichtigsten Automarkt China expandieren.

Volvo

Der schwedische Autobauer elektrifiziert seine Modelle bereits umfangreich. Seit 2019 baut die Geely-Tochter keine reinen Verbrennerautos mehr, Hybridfahrzeuge sind das Standardrepertoire. Ab 2030 will Volvo dann keine Verbrennungsmotoren mehr verbauen und nur noch vollelektrische Autos anbieten.

Toyota

Die Japaner wollen ihr Unternehmen bis zum Jahr 2050 völlig klimaneutral machen. Reine Diesel oder Benziner sollen dann nicht mehr angeboten werden. Bis dahin setzt das Unternehmen vor allem auf den Hybridantrieb.

Aber auch die vollelektrische Modellpalette wird ausgebaut: Bis 2030 sind 30 batterieelektrische Modelle unter den Marken Toyota und Lexus geplant. Davon sollen jährlich 3,5 Millionen Stück verkauft werden. Um die Ziele zu erreichen, investiert Toyota etwa 70 Milliarden US-Dollar in die Elektromobilität.

Dabei setzen die Japaner allerdings nicht allein auf batterieelektrische Fahrzeuge. Stattdessen will der Konzern auch den Brennstoffzellenantrieb weiterentwickeln. Mit dem Mirai hat Toyota bereits heute ein Brennstoffzellenfahrzeug im Angebot.

Hyundai

Im März hat der südkoreanische Konzern die Strategie für die Elektrifizierung der Flotte vorgestellt. Demnach plant Hyundai die Einführung von 17 batterieelektrischen Fahrzeugen bis 2030. Das Verkaufsziel bei den E-Autos wurde von 560.000 Einheiten bis 2025 auf 1,87 Millionen Einheiten bis 2030 angehoben. Schon heute gehören Hyundai und die Schwestermarke Kia weltweit zu den Marktführern der Elektromobilität.

Verwandte Themen
Ford
BMW
Audi
Toyota
Europa
Europäische Union

Auch Kia soll die Produktion von Elektroautos hochfahren. Ab 2023 sollen jährlich mindestens zwei neue batterieelektrische Modelle angeboten werden. Bis 2027 soll die Produktpalette so auf 14 vollelektrische Modelle anwachsen.

Mit Agenturmaterial.

Mehr zum Thema
Unsere Partner
Anzeige
remind.me
Jetziges Strom-/Gaspreistief nutzen, bevor die Preise wieder steigen
Anzeige
Homeday
Immobilienbewertung von Homeday - kostenlos, unverbindlich & schnell
Anzeige
IT Boltwise
Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik
Anzeige
Presseportal
Direkt hier lesen!
Anzeige
STELLENMARKT
Mit unserem Karriere-Portal den Traumjob finden
Anzeige
Expertentesten.de
Produktvergleich - schnell zum besten Produkt