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BankenHelaba verdoppelt Gewinn – und buhlt um Berlin-Hyp-Übernahme

Helaba-Chef Thomas Groß bekundet offiziell Interesse an der Berlin Hyp – und positioniert sich dabei als Treiber einer Konsolidierung im Sparkassensektor.Andreas Kröner 10.11.2021 - 13:21 Uhr Artikel anhören

Auch die Deka und die LBBW buhlen um die Übernahme der Berlin Hyp.

Foto: dpa

Frankfurt. Die Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) rechnet im laufenden Jahr mit einem kräftigen Gewinnanstieg. Vorstandschef Thomas Groß geht davon aus, dass sich das Vorsteuerergebnis mehr als verdoppeln wird auf rund 500 Millionen Euro.

„Die Helaba ist auf Wachstumskurs“, sagte Groß am Dienstagabend bei einem Pressempfang. „Unter dem Strich erwarten wir für das aktuelle Geschäftsjahr ein Ergebnis vor Steuern, das in die Größenordnung dessen geht, was wir uns in der mittelfristigen Zielsetzung vorgenommen haben.“ Dabei handelt es sich um einen Vorsteuergewinn von einer halben Milliarde Euro.

Im ersten Halbjahr hatte die Frankfurter Landesbank einen Vorsteuergewinn von 293 Millionen Euro eingefahren und das Ergebnis des Vorjahres von 223 Millionen Euro damit bereits übertroffen. Dazu trugen unter anderem Bewertungseffekte und steigende Einnahmen im Geschäft mit vermögenden Kunden bei.

Groß will die Landesbank weniger abhängig vom Zinsgeschäft, also von der Kreditvergabe, machen. „Wir kommen hier gut voran“, sagte der Vorstandschef. Die Bank wachse im Zahlungsverkehr, im Wertpapiergeschäft der Tochter Frankfurter Sparkasse sowie in der Vermögensverwaltung profitabel.

„Dies wäre für die Helaba sowohl betriebswirtschaftlich als auch strategisch eine sehr interessante Option und ein weiterer Schritt zur Konsolidierung innerhalb der Sparkassen-Finanzgruppe“, sagte Groß. Die Helaba habe unter anderem beim Kauf der Dexia Kommunalbank Deutschland (DKD) unter Beweis gestellt, dass sie Übernahmen erfolgreich integrieren könne.

Helaba positioniert sich als Treiber der Konsolidierung

Neben der Helaba haben Finanzkreisen zufolge auch die Stuttgarter LBBW und der Sparkassen-Fondsanbieter Deka Gebote für die Berlin Hyp abgegeben. Sollte es zu einem Verkauf kommen, wäre dies zumindest ein kleiner Schritt bei der Konsolidierung unter den öffentlich-rechtlichen Spitzeninstituten, die von vielen Sparkassen, Bankenaufsehern und Experten seit Langem gefordert wird.

Aus Sicht von Sparkassenpräsident Helmut Schleweis sollte es auf lange Sicht nur noch ein Zentralinstitut geben, in dem alle Landesbanken, die Deka und die Berlin Hyp vereinigt sind. Die LBBW hält von den Schleweis-Plänen jedoch nichts, auch Deka-Chef Georg Stocker vermied zuletzt ein klares Bekenntnis dazu.

Helaba-Chef Groß ist dagegen ein überzeugter Verfechter eines Zentralinstituts – und positioniert sich so auch im Wettschreit um die Berlin Hyp. „Wir sind unverändert offen für eine Konsolidierung und zu einem aktiven Beitrag bereit, wenn es ein gemeinsames Zielbild für ein Institut gibt, das dem Anspruch und der Größe unserer Finanzgruppe gerecht wird“, sagte er.

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Groß macht damit deutlich, dass er ein vergleichsweise großes Zentralinstitut für sinnvoll hält, das beispielsweise auch im Firmenkunden- und Immobiliengeschäft aktiv ist. Andere öffentlich-rechtliche Banker plädieren dagegen für ein relativ schlankes Zentralinstitut, das sich ganz auf die Dienstleistungen für die Sparkassen fokussiert.

„Die Bilanzsumme soll nur so groß sein, wie es nötig ist, damit das Zentralinstitut seine Rolle ausfüllen kann“, sagte Sparkassenpräsident Schleweis 2019 im Handelsblatt-Interview. „Es ist nicht intendiert, aber auch nicht ausgeschlossen, dass das Zentralinstitut eigenständiges Geschäft mit Dax-Konzernen macht.“

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