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Kunst im StadtraumIn Frankfurt tanzen jetzt gelbe Straßenlaternen

Der Künstler Jeppe Hein hat für den Platz vor dem Skyper Tower in Frankfurt am Main drei wild bewegte Leuchten entworfen. Sie sind nützlich, vor allem aber leuchtende Kunstwerke, die den Passanten ein Lächeln auf die Lippen zaubern.Susanne Schreiber 06.09.2024 - 07:54 Uhr Artikel anhören
Jeppe Hein „Entangled Emotions“ bereichern seit dieser Woche das Bankenviertel in Frankfurt am Main. Foto: Wolfgang Günzel und Barbara Rademacher

Düsseldorf. Er macht Sitzbänke, auf denen nach unten rutscht, wer Entspannung im Sitzen wünscht. Er baut ebenerdige Brunnen, deren Wasserfontänen nach geheimem Muster spritzen und versiegen, was nicht nur hineinlaufende Kinder begeistert. Jeppe Hein ist ein 50-jähriger Künstler aus Dänemark, der in Berlin lebt und eine Vorliebe hat für den Zirkus und das Spielerische.

Jeppe Hein hat viel Erfahrung mit Kunst im öffentlichen Raum. Dort muss sie sich ohne den Schutzraum bewähren wie etwa im Park vor KAT_A, dem Privatmuseum der Kunstsammlerin Andra Lauffs-Wegner. Ob im Park oder auf dem Bürgersteig, urbanen Kunst soll Menschen zu Nachdenken animieren, die sonst kaum Berührung mit Kunstwerken haben.

Diese Expertise und sein Humor dürften den Ausschlag gegeben haben, dass der Eigentümer des Skyper-Gebäudes, vertreten durch die Ampega Asset Management GmbH, in Frankfurt/Main bei dem Künstler ein Werk für eine spezifische Stadtsituation in Auftrag gab. Diese Woche wurde es feierlich übergeben.

Passanten und Mitarbeitende von der Deutschen Bundesbank, HSBC, Beyond Capital und LBBW werden schmunzeln über die so außergewöhnliche wie strahlende Kunstinstallation „Entangled Emotions“. Je nach Betrachterwinkel tanzen die gelben Laternen, schlingern oder verschlingen sich wie unter Einfluss von Schnaps. Sie machen Loops, neigen oder krümmen sich vielleicht vor Lachen. Und ihrer Mitte steht eine kreisförmige Bank, auf der ein müder Mensch sich ausstrecken darf.

Frankfurt hat viel Kunstsinn, nicht nur in den Museen und ihren Vereinen, sondern auch im öffentlichen Raum: Jeppe Heins „Verschlungene Emotionen“ ergänzen jetzt Sol Lewitts „Open Cubes“, Heinz Macks „Ponto-Brunnen“ vis-à-vis am Jürgen-Ponto-Platz, Franz Wests blauer Skulptur vorm Taunusturm und Cyprien Gaillards  „Frankfurter Schacht“ in der Taunusanlage.

Der Künstler vor der außergewöhnlichen Ruhebank am Platz beim Skyper-Eingang. Foto: Wolfgang Günzel und Barbara Rademacher

Der Minimal- und Konzeptkünstler hat zahlreiche Anknüpfungspunkte an die Bankenstadt Frankfurt. Jeppe Hein war einst Gaststudent an der Städel-Hochschule, hat oft hier ausgestellt. Er gewann den Wettbewerb um die Platzgestaltung. Mit „Entangled Emotions“ habe er „feinsinnig einen Ort erschaffen, der vorher unsichtbar war“ zwischen der Sandsteinfassade eines benachbarten Altbaus und dem coolen Glashochhaus.

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