Quandt

Quandt

Die Familie Quandt ist eine deutsche Industriellenfamilie. Sie ist eine der reichsten Familien Deutschlands sowie der Welt.

Die Anfänge der Familie liegen in der Textilbranche. Emil Quandt übernahm 1883 den Betrieb seines ehemaligen Arbeitgebers und begann mit der Produktion von Textilien für die Armee. Sein Sohn Günther Quandt (geboren 1881) führte den Betrieb fort und kaufte weitere Tuchfabriken. Während des Ersten Weltkriegs war sein Unternehmen Hauptlieferant für die Armee. 1922 erlangte Günther Quandt die Mehrheit der Anteile der „AFA“ oder Accumulatoren Fabrik Aktiengesellschaft (später VARTA und BAE Batterien). In den folgenden Jahren baute Günther Quandt seine Beteiligungen weiter aus und beteiligte sich an Rüstungsgesellschaften, Industrieunternehmen und Versicherungen. Während des Zweiten Weltkriegs produzierten die Unternehmen von Günther Quandt, welcher 1937 zum Wehrwirtschaftsführer ernannt wurde, vor allem für das Militär. Außerdem kaufte er in dieser Zeit günstig Unternehmen von zwangsenteigneten jüdischen Konkurrenten. Nach seinem Tod 1954 bekamen seine beiden Söhne Herbert und Harald das Erbe. Sein drittes Kind Hellmut war bereits 1927 verstorben.

Im Jahr 1960 übernahm Herbert Quandt die Mehrheit der BMW AG und rettete somit das Unternehmen vor dem Konkurs. BMW entwickelte sich in den folgenden Jahren zu der größten Beteiligung der Quandt Familie. Im Jahr 1967 verstarb Harald Quandt bei einem Flugzeugabsturz. Herberts Sohn aus zweiter Ehe Sven Quandt wurde bereits Ende der Siebziger Jahre mit 23 Jahren in den Aufsichtsrat von Varta berufen. Herbert Quandt verstarb im Jahr 1982 in Kiel. Heute halten seine Kinder Stefan Quandt und Susanne Klatten den größten Teil der Beteiligungen. Stefan und Susanne entstammen aus Herbert Quandts dritter Ehe mit Johanna Quandt, welche im August 2015 verstarb. Johanna Quandt gründete 1995 die Johanna-Quandt-Stiftung und 2005 die Stiftung Charité.